Haushaltshilfe misshandelt: Frau muss zehn Monate in Haft

Foto: Pixabay/Ichigo121212
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SINGAPUR: Eine Frau aus Singapur ist wegen wiederholter Misshandlung ihrer indonesischen Haushaltshilfe zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die 24 Jahre alte Angestellte war im April 2015 aus Angst vor weiteren Schlägen der 31-Jährigen mitten in der Nacht aus der Wohnung geflohen. Da die Haustür zugeschlossen war, kletterte die junge Indonesierin unter Lebensgefahr an der Außenwand von Balkon zu Balkon 15 Stockwerke herunter.

Der Richter in dem südostasiatischen Stadtstaat sagte, der körperliche und geistige Schaden, den die Angeklagte angerichtet habe, sprächen für sich. Die Haushaltshilfe habe zudem ihr Leben riskiert, um der «Folter» zu entkommen. Eine abschreckende Strafe sei notwendig, um klarzumachen, dass solche Grausamkeiten inakzeptabel seien, zitierte die Zeitung «Straits Times» am Mittwoch das Gericht.

Die Frau soll die Indonesierin unter anderem mit der Hand und mit einem Besen mehrfach geschlagen und an den Haaren gezogen haben. Zudem nahm sie ihr das Smartphone weg. Im Krankenhaus wurden bei der Frau später Blutergüsse und Wunden festgestellt. Die Verurteilte habe sich zuvor in sechs Punkten schuldig bekannt, hieß es. Zudem habe sie dem Opfer 7000 Singapur Dollar (4400 Euro) Wiedergutmachung gezahlt.

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Michael Krispin 18.12.20 03:11
Moderner Slavenhandel
Das ist leider kein Einzelfall. Ich arbeite in Singapur und kenne mehrere solcher Maids und ihrer Geschichten.
Jedesmal wenn ich davon hoere wuerde ich nur zu gern dort bei den Leuten mal auftauchen und auf ihre Gewissenlosigkeit aufmerksam machen.
Dort arbeiten die Maedchen oft fuer rund 600-800S$ (1S$~23THB) mindestens 6 Tage die Woche 12-14 Stunden, kein Ausgang oder Privatleben unter der Woche und selbst am freien Tag meist nur ein paar Stunden, wenn wie hier ueberhaupt.
Ich kenne einen Fall persoenlich wo das Maedchen nicht einmal einen eigenen Schlafraum hatte obwohl das vorgeschrieben ist und auf dem Kuechenboden auf einer Matraze schlafen musste.
Der schlimmste Fall ist wohl der wo das Maedchen fast verhungert ist weil es nur eine Scheibe Brot am Tag bekam und zuletzt unter 30kg wog. Die Familie wurde verurteilt. Frau = 3 Monate haft, Mann laecherliche Geldstrafe. Das Maedchen hat spaeter den Freiflug von einem Hochhaus veruebt.
Da schlummern noch viele solcher Faelle.
Aber wo kein Klaeger, da kein Richter. Gerade in Singapur!
Wie schlimm die Situation der Maid in Singapur ist kann man sich nicht vorstellen.
Ich denke aber dass es nicht nur Singapur betrifft. Malaysia und vor allem unsere Besten Freunde am Persischen Golf treiben da noch ganz andere Stilblueten.
Ich bin sowas von Hass aufgeladen bei diesem Thema und niemand in der Welt kuemmert es wirklich.
Da wird lieber wegen einem stinkenden Diesel von Greta der Weltuntergang beschworen und alle rennen hinterher.