Haupttäter im Terrorprozess wird weiter befragt

Die Rechtsanwältin von Salah Abdeslam, Olivia Ronen, vor dem Gerichtsgebäude in Paris. Foto: epa/Ian Langsdon
Die Rechtsanwältin von Salah Abdeslam, Olivia Ronen, vor dem Gerichtsgebäude in Paris. Foto: epa/Ian Langsdon

PARIS: Im Prozess um die islamistischen Terroranschläge 2015 in Paris soll an diesem Dienstag (12.30 Uhr) die Befragung des Hauptangeklagten fortgesetzt werden. Der 32-jährige Salah Abdeslam ist einziger Überlebender des Terrorkommandos. Er gilt als einer der Haupttäter. In Belgien wurde er bereits verurteilt. Bei der Anschlagsserie vom 13. November 2015 starben mehr als 130 Menschen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Taten für sich. Angeklagt sind nun insgesamt 20 mutmaßliche Islamisten.

Damals hatten Extremisten im Pariser Konzertsaal «Bataclan» sowie in Bars und Restaurants 130 Menschen erschossen. Es gab 350 Verletzte. Am Stade de France sprengten sich zudem während eines Fußball-Länderspiels zwischen Deutschland und Frankreich drei Selbstmordattentäter in die Luft.

Bislang kamen in dem seit sechs Monaten dauernden Prozess vor allem Ermittler sowie Überlebende zu Wort. Vor einem Monat wurde Abdeslam erstmals zu seiner Radikalisierung und zu der Zeit vor den Anschlägen befragt. Nun rückt das Tatgeschehen selber in den Fokus des Gerichts.

In seiner Befragung vor einem Monat hatte Abdeslam das Pariser Blutbad als Verteidigungsaktion des IS dargestellt. Er betonte vor Gericht seine Unterstützung für die Terrormiliz, die sich einer westlichen Dominanz weltweit entgegenstelle und die Scharia, das islamische Recht, durchsetzen wolle.

Abdeslam soll in Paris einen Sprengstoffgürtel gehabt, ihn aber nicht gezündet, sondern in einem Vorort weggeworfen haben, wo dieser später gefunden wurde. Er habe sich umentschieden, meinte der 32-Jährige bereits vor Gericht. Die näheren Umstände, die dazu führten, dass er den Sprengstoffgürtel nicht einsetzte, dürften Gegenstand seiner weiteren Befragung werden.

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Frank Matthias 15.03.22 18:20
"Die Früchte"
Das ist doch eine sinnlose Beschreibung und Unterstellung bzw.wissentliche Falschdeutung von Ereignissen und Zusammenhängen.
Markus Schättin 15.03.22 10:33
Die Früchte
der Willkommenspolitik!