Hanois Beamte sollen kleiner feiern

Nur noch 600 Leute bei Hochzeit

Blick auf die Skyline von Hanoi. Foto: epa/Luong Thai Linh
Blick auf die Skyline von Hanoi. Foto: epa/Luong Thai Linh

HANOI (dpa) - In Vietnams Hauptstadt Hanoi sollen Regierungsbeamte und Parteifunktionäre bei ihrer Hochzeit künftig Maß halten - zumindest für vietnamesische Verhältnisse.

In der staatlichen Presse wurde am Mittwoch ein Erlass des zuständigen Volkskomitees veröffentlicht, wonach Braut und Bräutigam künftig nicht mehr als 600 Gäste einladen sollen. Zudem soll auch nicht mehr in Fünf-Sterne-Hotels oder vergleichbaren Luxus-Resorts gefeiert werden.

In Vietnam - einem der wenigen kommunistischen Einparteienstaaten, die es noch gibt - sind große Hochzeiten üblich. Familien lassen sich das auch viel Geld kosten. Allerdings gibt es zunehmend Zweifel, wie dies Beamte mit einem regulären Gehalt finanzieren können. Vietnam gehört zu den Ländern, in denen Korruption weit verbreitet ist. In Hanoi sind mehr als 130.000 Leute im öffentlichen Dienst beschäftigt. Das Grundgehalt liegt bei umgerechnet etwa 46 Euro - pro Monat.

Die Staatspresse verwies am Mittwoch auf einen älteren Erlass von 2012, wonach Beamte dem Rest der Bevölkerung stets mit einem guten Beispiel vorangehen sollten. Unklar blieb allerdings, was mit Brautpaaren passiert, die sich über die neuen Regeln hinwegsetzen.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.

Leserkommentare

Für unabhängige Themen senden Sie einen Leserbrief an die Redaktion. Allgem. Kommentardiskussion

Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.