Hanf als primäre Nutzpflanze für Landwirte

Foto: epa/Rungroj Yongrit
Foto: epa/Rungroj Yongrit

BANGKOK: Thailand fördert Cannabis für Landwirte als weitere Einnahmequelle.

„Jeder hat das Recht, Hanf anzubauen, indem er sich mit Provinzkrankenhäusern für den medizinischen Gebrauch von Cannabis zusammenschließt", betonte die stellvertretende Regierungssprecherin Traisulee Traisoranakul. Interessierte müssten aber die Genehmigung der Behörden einholen. Bis jetzt haben 2.500 Haushalte und 251 Provinzkrankenhäuser 15.000 Pflanzen angebaut. Hanf soll ein primäres Getreide für Landwirte werden. Weitere, die Lizenzen für den Anbau von Hanf beantragen können, sind Universitäten, kommunale Unternehmen, medizinische Fachleute und Fachleute für traditionelle Medizin.

Thailand hatte letztes Jahr rauschfreies Cannabis von seiner Betäubungsmittelliste gestrichen. Es kann auch für Speisen und Getränke in Restaurants verwendet werden, solange es von einem zugelassenen Produzenten stammt. Ein Kilogramm kann für bis zu 45.000 Baht erworben werden, wenn es 12 Prozent Cannabidiol (CBD) enthält.

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Norbert Schettler 24.02.21 12:22
Kann und muss @ Hermann Hunn
Obwohl ich mich von Ihrer "Gegendarstellung" nicht direkt angesprochen fühle; eine kurze Erwiderung.
Die 45k für ein Kilo werden, wenn überhaupt, kaum zu erzielen sein. Und selbst die Hälfte macht den "gemeinen" (noch) Reisbauern nicht reich. Das Geld fliesst, wie auch beim Reis, in andere Taschen und auch der Staat könnte mitverdienen. Es geht ja erst los und die Bedingungen in Thailand sind für diese Pflanze ideal. Und Gesundheit und der dazugehörige Tourismus werden doch massiv beworben. Erst die Hanfölmassage, danach einen Phat Khrapao an Hanfblättchen, Abends vor dem schlafen noch einen Tee, gebrüht aus den allerfeinsten Blattspitzen, das wird in nicht allzu langer Zeit in vielen 5Sterne Anlagen zum Programm gehören. Und da gibt es mit Sicherheit Investoren, die mitspielen und verdienen werden.
Noch kurz zu Ihrem letzten Satz, bzw. Wort. Nach mehrmaligem Lesen, sollte es nicht ent- statt ermutigend heißen?
Hermann Hunn 24.02.21 05:52
Wenn das Wörtchen „wenn" ...
... nicht wär, wäre ich ein Millionär.

Da gibt sich die Redaktion echt viel Mühe, um informative Berichte zu schreiben. Jedoch existieren Leser die es nicht auf die Reihe kriegen, einen kurzen Satz, der nicht einmal eine Seitenbreite beansprucht, korrekt zu lesen und interpretieren.

Erst „wenn" die Bedingung 12% Cannabidiol erfüllt ist, „kann" der Produzent mit THB 45'000.- pro kg (trocken oder erntefrisch?) rechnen. Weitere Hindernisse sind zwingende Kooperationsverträge mit den Abnehmern und amtliche Bewilligungsverfahren.

„Wenn" Cannabis rauschfrei ist (und somit von der Liste gestrichen), „kann" es in Restaurants für die Zubereitung von Speisen und Getränken verwendet werden. Dass nun in jeder angebotenen Speisen Hanf verwendet wird, ist kein „muss". Und ein „muss" ist in diesem Fall auch nicht der (maximal ?) genannte Kilopreis. Das einzige „muss" im Artikel weist auf das Einholen einer „Genehmigung der Behörde" (für medizinisches) Cannabis hin.

Um sich ein Bild der bisherigen Produktion zu verinnerlichen: Die durchschnittliche Anzahl Pflanzen pro Haushalt für die Belieferung von Provinzkrankenhäuser sind rechnerisch gerade mal 6 Pflänzchen. Ob man auf diese Weise reich werden „kann", „muss" nicht unbedingt der Realität entsprechen, aber die Möglichkeit innert kurzer Zeit zu unermesslichem Reichtum zu gelangen, ist nicht gerade ermutigend.
Rudolf Lippert 23.02.21 22:43
45.000 Baht pro kg?
Fasern können da wohl nicht gemeint sein. Wer bezahlt denn 45.000 Baht pro kg für ein Produkt ohne Wirkstoff? Wieso stand "rauschfreies" Cannabis auf der Betäubungsmittelliste? Von was könnte man denn da betäubt werden, wenn nichts drin ist? Ist das jetzt wie Homöopathie in D, der man vorwirft dass "nichts" drin ist, sie aber gleichzeitig strikt reguliert und teilweise verbietet (Wo doch eh "nichts" drin ist) ?1878 wurden übrigens schon im Deutschen Reich 21.ooo Hektar mit Hanf bestellt, wegen den Fasern. Auch Russland, Italien und Österreich hatten seinerzeit rel. viel Faser-Hanf angebaut.
Hansruedi Bütler 23.02.21 22:41
Hanf in allen Variationen, aber NIE als Nacht-
schattengewächs, denn die Wirkstoffe enthalten keinen Stickstoff, so wie bei den Alkaloiden.
Hanf leitet sich ursprünglich vom Cannabis indica ab, welcher unterschiedlich genutzt wurde.
Heutige Pflanzen werden oft aus Cannabis sativa gezüchtet, von denen Zuchtformen z.T. mit sehr hohem Anteil von Cannabinoiden existieren.
Hanf bildet je nach Reifezustand mehrheitlich Cannabinoide und Terpenoide.
Bei idealen Bedingungen bilden sich auf dem Höhepunkt der Reife (kann man feststellen) vornehmlich Δ9THC und wenig CBD.
Für med. Belange werden nur weibliche Pflanzen verwendet. Die aus vorwiegend den beiden Cannabinoiden gewonnenen Δ9Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) können durch Extraktion einfach aufgetrennt werden.
Lässt man den Höhepunkt der Reifung verstreichen, so bildet sich aus dem Δ9THC das nicht psychoaktiv wirkende CBD.
THC und CBD sind öllöslich und können so aus den entsprechenden Pflanzenteilen (für Lebensmittel) gewonnen werden.
Durch eine einfache Extraktion mit Soda oder 5% NaOH können die beiden Stoffe aufgetrennt werden, da CBD ein zweiwertiges Phenol vom "Resorcin Typus" entspricht, welches als Na-Salz in wässerigen Laugen löslich ist.
Durch ansäuern der alkalischen Lösung wird dann das CBD als ölig/harziges Produkt ausgefällt, da wasserunlöslich.
Josef Hupe 23.02.21 17:06
NACHTSCHATTENGEWÄCHS
Mit 5 Pflanzen pro Familie etwas aufbauen, wird mMn nie gelingen, dazu müssten schon Kooperativen gegründet werden, die man ja bisher nicht wollte.
Wie jemand auf einen Preis von 45 k Bath/ Kilo kommt, will mir auch nicht einleuchten. (Meinte man ev. ein feritiges Produkt, wie Oel?)
Norbert Schettler 23.02.21 12:37
Einige Landwirte
werden bestimmt auf dieses "Produkt" umsteigen. Wenn es stimmt, das ein Kilo bis zu 45.000 Baht kosten kann, wird so mancher überlegen und vielleicht in diese (noch) Nische investieren.
Da laufen wir demnächst hier im Isaan nicht mehr nur duch die Reisfelder. Bin neugierig, wie die Umgebung riecht wenn links und rechts die Felder voller Hanf(blüten) stehen.
Allerdings ist Hanf kein Getreide sondern gehört eher zur Ordnung der Rosen. Das wußte ich bisher auch nicht, habe ich mir angelesen.