Handelskrieg bremst Fluggeschäft

IATA Raum für Konsolidierungen

Foto: epa/Martial Trezzini
Foto: epa/Martial Trezzini

GENF (dpa) - Der Handelskrieg zwischen den USA und China bremst das Fluggeschäft deutlich.

«2019 war ein miserables Jahr», sagte der Chefökonom des Airlineverbandes IATA, Brian Pearce, am Mittwoch in Genf. Das Frachtgeschäft schrumpfte sogar, «das schlechteste Ergebnis seit der Finanzkrise 2008 und 2009», so Pearce. «Handelskriege haben keine Gewinner», warnte IATA-Generaldirektor Alexandre de Juniac.

Der Verband hofft auf stabilere Verhältnisse vor der Präsidentenwahl in den USA im November 2020 und rechnet deshalb im kommenden Jahr mit einem besseren Ergebnis. IATA repräsentiert nach eigenen Angaben 82 Prozent des weltweiten Flugverkehrs, darunter einige Billigflieger.

In Europa sei die Zahl der Städteverbindungen, die von drei oder vier Gesellschaften angeboten werden, weiter gestiegen, sagte Pearce: «Für Fluggäste ist das ein außergewöhnlich guter Deal.» Weil weltweit viele Airlines finanziell nur knapp über die Runden kämen oder Verluste machten, gebe es weiter Raum für Konsolidierungen - mit anderen Worten: für Zusammenschlüsse oder Übernahmen.

Der Ausfall der Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max, die nach zwei Abstürzen mit einem Flugverbot belegt wurden, hatte nach Angaben von Pearce nur unbedeutenden Einfluss auf das Ergebnis. IATA geht davon aus, dass die 737 Max vom kommenden Jahr an wieder fliegen dürfen. Weil dann aufgeschobene Bestellungen ausgeliefert werden, könne die Kapazität stärker wachsen als die Nachfrage.

Der Verband revidierte seine Gewinnerwartung für 2019 erneut nach unten, von 28 Milliarden auf 25,9 Milliarden US-Dollar (23,4 Mrd Euro). 2020 rechnet er mit einer Erholung auf 29,3 Milliarden Dollar. Das wäre das elfte Jahr in Folge mit schwarzen Zahlen. Die fetten Jahre 2015 bis 2017 mit mehr als 34 Milliarden Dollar Gewinn seien aber vorerst vorbei.

Im nächsten Jahr sollen 4,7 Milliarden Passagiere befördert werden, nach 4,5 Milliarden in diesem Jahr. Das Frachtvolumen soll von 61 Millionen auf 62,4 Millionen Tonnen steigen.

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