Hamas-Sprecher droht Israel 

​Gezielte Tötungen mit «Erdbeben»

Eine palästinensische Frau sitzt mit ihren Kindern vor ihrem beschädigten Zelt in der Gegend von Al-Hamsa im Jordantal. Foto: epa/Alaa Badarneh
Eine palästinensische Frau sitzt mit ihren Kindern vor ihrem beschädigten Zelt in der Gegend von Al-Hamsa im Jordantal. Foto: epa/Alaa Badarneh

TEL AVIV/GAZA: Ein Sprecher des militärischen Arms der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas hat mit einem «Erdbeben» in der Region gedroht, sollte Israel den Hamas-Chef Jihia al-Sinwar oder andere Führer gezielt töten. Abu Obeida, Sprecher der Kassam-Brigaden im Gazastreifen, warnte am Samstag vor einer harten Reaktion der im Gazastreifen herrschenden Organisation. Israel müsse in einem solchen Fall «mit Blut und Zerstörung teuer bezahlen».

Sinwar hatte zuletzt Palästinenser im Westjordanland und israelische Araber offen zu Anschlägen in Israel aufgerufen. Dabei könnten Gewehre, Äxte oder Messer eingesetzt werden, sagte Sinwar vor einer Woche. «Wenn sie einen religiösen Krieg wollen, sind wir bereit», sagte er.

Angesichts der Aufrufe Sinwars mehrten sich in Israel Forderungen, ihn gezielt zu töten. Zuletzt hatte Israel im November 2019 einen Militärchef des Islamischen Dschihad mit einem Luftangriff im Gazastreifen gezielt getötet. Militante Palästinenser reagierten darauf mit massiven Raketenangriffen auf israelische Gebiete.

In der Vergangenheit hatte Israel immer wieder gezielt militante Palästinenser getötet, darunter auch Führungsmitglieder der Hamas. Nach dem Gaza-Krieg 2014 hatte das Militär im Rahmen einer Waffenruhe diese Praxis jedoch weitgehend unterlassen.

Bei einer Terrorwelle in Israel sind seit Ende März 17 Menschen getötet worden, außerdem wurde ein israelischer Wachmann im besetzten Westjordanland von Palästinensern erschossen.

Israelische Sicherheitskräfte suchten am Samstag weiter nach zwei palästinensischen Tatverdächtigen bei einem Anschlag in der israelischen Ortschaft Elad. Dabei waren am Donnerstag drei Israelis getötet und vier weitere verletzt worden. Bei dem Anschlag setzten die Attentäter auch eine Axt ein, dies wurde in Israel als Umsetzung der Aufforderung Sinwars gesehen.

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