Halbfinal-Premiere für Zverev in Paris - Kein Grund für Emotionen

Der Deutsche Alexander Zverev reagiert nach seinem Sieg im Viertelfinale gegen Alejandro Davidovich Fokina aus Spanien. Foto: epa/Caroline Blumberg
Der Deutsche Alexander Zverev reagiert nach seinem Sieg im Viertelfinale gegen Alejandro Davidovich Fokina aus Spanien. Foto: epa/Caroline Blumberg

PARIS: Alexander Zverev steht in Paris zum ersten Mal im Halbfinale. Doch damit ist die deutsche Nummer eins noch lange nicht zufrieden. Er will bei den French Open mehr.

Nach dem ersten Halbfinal-Einzug bei den French Open in seiner Karriere ging es für Alexander Zverev nicht etwa zum Feiern, sondern direkt wieder auf den Trainingsplatz. «Ich wollte meinen Rhythmus beim Aufschlag wieder finden», begründete Zverev die etwas ungewöhnliche Maßnahme. Zuvor hatte er am Dienstag ohne zu glänzen gegen den Spanier Alejandro Davidovich Fokina mit 6:4, 6:1, 6:1 gewonnen und damit zum dritten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier den Sprung in die Vorschlussrunde geschafft. Sein großer Traum vom ersten Grand-Slam-Titel lebt damit weiter.

Zuvor hatte Deutschlands bester Tennisspieler im vergangenen Jahr bei den Australian Open und bei den US Open das Halbfinale erreicht, wo er im September in einem dramatischen Finale gegen den Österreicher Dominic Thiem in fünf Sätzen verloren hatte. Die Niederlage von New York ist es, die Zverev immer wieder antreibt.

Weshalb sich seine Freude über die Halbfinal-Premiere in Paris auch in Grenzen hielt. «Ich habe keinen Grund zu lachen und um Emotionen zu zeigen», sagte Zverev bei Eurosport. «Ich bin im Halbfinale, mehr nicht. Ich habe hoffentlich noch zwei Matches vor mir. Ich bin hier, um um den Turniersieg mitzuspielen.»

Im Kampf um den Einzug ins Finale trifft Zverev in Paris nun am Freitag auf den Griechen Stefanos Tsitsipas, der den russischen Weltranglisten-Zweiten Daniil Medwedew mit 6:3, 7:6 (7:3), 7:5 bezwang. Zverev wollte sich die Partie der beiden Erzrivalen genüsslich im Fernsehen anschauen. «Da bin ich mit Popcorn dabei», hatte Zverev gesagt. Danach stehen zwei freie Tage für den Weltranglisten-Sechsten auf dem Programm.

Anders als gegen Nishikori im Achtelfinale tat sich Zverev gegen Davidovich Fokina anfangs sehr schwer. Weil die beiden Damen-Matches zuvor jeweils über drei Sätze gingen, hatte die Begegnung auf dem Court Philippe Chatrier mit zwei Stunden Verspätung begonnen. Vielleicht lag es auch daran, dass der 24-Jährige überhaupt keinen Rhythmus fand. Zverev beklagte zudem Probleme mit seinem Schläger. «Die Saite war zu hart, ich hatte keine Kontrolle.»

Wohl auch deshalb gab er im ersten Satz gleich drei Mal sein Service ab. Eine Bilanz, mit der ein Satzgewinn eigentlich unmöglich ist. Doch da der Spanier genauso fehlerhaft agierte wie die deutsche Nummer eins, blieb Zverev im Spiel und holte sich sogar den ersten Satz mit 6:4. Zverev wusste selbst nicht genau, wie ihm das gelungen war. Als er nach dem Satzgewinn zu seinem Stuhl lief, schüttelte er den Kopf. «Aber man kann bei einem Grand-Slam-Turnier nicht jeden Satz gut spielen. Wichtig war, dass ich ihn gewonnen habe», sagte er nach der Partie.

Mit dem Gewinn des ersten Durchgangs im Rücken lief es bei Zverev dann aber deutlich besser. Der gebürtige Hamburger bewegte sich nun leichter, auch sein Aufschlag bereitete nun nicht mehr so viele Probleme. Davidovich Fokina schien dagegen mit dem Druck in seinem ersten Grand-Slam-Viertelfinale überfordert.

Der 22-Jährige schenkte Zverev nun viele Punkte, hatte bis zum Ende des zweiten Satzes bereits 30 vermeidbare Fehler gemacht. Zverev hatte nun alles im Griff und machte auch im dritten Satz zwei schnelle Breaks. Damit war er nicht mehr zu stoppen und machte das Weiterkommen nach nur 1:36 Stunden perfekt. «Tennis-Legende Boris Becker wollte sich mit dem Spiel nicht lange aufhalten. «Hauptsache weiter», sagte Becker als TV-Experte bei Eurosport.

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