Gut 400 Jahre altes Schweizer Kloster schließt mangels Nachwuchs

Foto: Bistum-stgallen.ch
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TÜBACH (dpa) - Wegen Nachwuchsproblemen muss in der Schweiz das Kloster St. Scholastika in Tübach am Bodensee nach 402 Jahren schließen.

Die sechs hoch betagten verbliebenen Schwestern hätten nicht die Kraft, die Anlage weiter zu führen, teilte das Bistum St. Gallen am Donnerstag mit. Wertvolle Kulturgüter wurden nach Angaben des Bistums bereits ausgelagert.

Die Kapuzinerinnen ziehen in das Kloster Maria vom Guten Rat in Notkersegg, etwa zwölf Kilometer weiter südlich. Dort gebe es auch eine Pflegestation, auf der bereits zwei Schwestern aus Scholastika betreut werden.

«Grund für die Schließung sind Nachwuchssorgen», sagte der Kanzler des Bistums St. Gallen, Claudius Luterbacher. Zuletzt sei 1989 eine neue Schwester in das Kloster aufgenommen worden, die jüngste Bewohnerin sei heute 75 Jahre alt. Im Kloster Maria vom Guten Rat in Notkersegg sei der Altersdurchschnitt deutlich jünger. Dort lebten zur Zeit sechs Schwestern.

Was mit dem Haus in Tübach passieren soll, ist nach Angaben von Luterbacher noch nicht entschieden. Es gehöre nicht dem Bistum, sondern einer eigenständigen Körperschaft. Das Kloster stammt aus dem Jahr 1617, es zog aber erst 1905 in den Neubau in Tübach, der heute unter Denkmalschutz steht.

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