Großbritannien gibt buddhistische Skulpturen an Afghanistan zurück

Foto: Britishmuseum.org
Foto: Britishmuseum.org

LONDON (dpa) - Knapp zwei Jahrzehnte nach der Zerstörung und Plünderung buddhistischer Kulturgüter durch die Taliban gibt Großbritannien mehrere Skulpturen an Afghanistan zurück. Die Artefakte waren bereits im Jahr 2002 am Flughafen London Heathrow beschlagnahmt worden, konnten aber wegen des anhaltenden Konflikts in dem Land bisher nicht zurückgebracht werden, wie Scotland Yard am Montag mitteilte.

Die neun Bodhisattva-Köpfe und eine Figur sollen bis Ende Dezember noch im British Museum zu sehen sein. Die Gipsarbeiten stammen aus dem 4. bis 6. Jahrhundert nach Christus, einer Zeit, als das heutige Afghanistan mehrheitlich buddhistisch geprägt war. Sie wurden über Pakistan außer Landes geschmuggelt.

Buddhistische Kulturgüter wurden in Afghanistan in großem Maß von den radikalislamischen Taliban zerstört. Im Jahr 2001 sprengten die Gruppe zwei monumentale Buddha-Statuen im Bamian-Tal. Die in den Fels geschlagenen Figuren waren Zeugen der präislamischen Vergangenheit des Landes.

Dem British Museum zufolge wurden allein seit 2009 rund 2350 meist illegal gehandelte Objekte aus Afghanistan, dem Irak und Usbekistan mithilfe der Museumsexperten wieder an ihren Herkunftsort gebracht.

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