Grasshopper-Präsident verteidigt sich

Verein will Neuaufbau

Archivbild: epa/Walter Bieri
Archivbild: epa/Walter Bieri

ZÜRICH (dpa) - Grasshopper Zürichs Präsident Stephan Rietiker hat sein Verhalten beim skandalträchtigen Erstliga-Abstieg des Schweizer Fußball-Rekordmeisters verteidigt. «Man kann mich als Weichei bezeichnen. Aber ich musste abwägen, auch wenn es Erpressung war», sagte Rietiker am Montag.

Am Sonntag hatten sich rund zwei Dutzend Zürich-Fans beim Spiel gegen den FC Luzern nach dem Tor zum 0:4 am Spielfeldrand versammelt und nach Medienberichten die Spieler aufgefordert, ihre Trikots und Hosen auszuziehen und anschließend in Unterwäsche in die Kabine zu verschwinden. Nach einer längeren Unterbrechung gaben die Spieler den Fans zumindest ihre Trikots, wenig später folgte der Spielabbruch.

«Es war kein Kniefall, sondern es ging um Deeskalation», erklärte Rietiker. Auf der Vereinshomepage verurteilte Zürich den von den eigenen Fans verursachten Spielabbruch. Man habe aus Sicherheitsgründen die Rückgabe der Trikots veranlasst.

Die Unruhen vom Sonntag waren das nächste traurige Kapitel im Chaos um den 27-maligen Schweizer Meister, der seit Oktober 2018 keinen Sieg mehr einfuhr. Seitdem wurde zwei Mal der Trainer gewechselt, auch die Vereinsführung wurde ausgetauscht. Bereits am 16. März musste ein Spiel wegen Fanausschreitungen abgebrochen werden.

Die Vereinsführung will nach dem ersten Abstieg seit 70 Jahren einen großen Umbau einleiten. «Es bleibt kein Stein auf dem anderen», sagte Rietiker. Trainer Uli Forte, der erst Anfang April seine Arbeit aufnahm, genießt weiterhin das Vertrauen der Clubspitze. «Für mich gilt es nun, alle Maßnahmen zu ergreifen, um den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen», sagte Forte.

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