Gold und Silber für deutsche Rodlerinnen - Weiterer Corona-Fall

Olympia, Rodeln, Einsitzer, Frauen, 4. Lauf im National Sliding Centre. Erstplatzierte Natalie Geisenberger aus Deutschland feiert nach dem Rennen. Foto: Michael Kappeler/dpa
Olympia, Rodeln, Einsitzer, Frauen, 4. Lauf im National Sliding Centre. Erstplatzierte Natalie Geisenberger aus Deutschland feiert nach dem Rennen. Foto: Michael Kappeler/dpa

PEKING: Auch das zweite Olympia-Gold im Rodeln geht nach Deutschland. Natalie Geisenberger siegt, Anna Berreiter holt Silber. Die Biathleten verpassen nach Schießfehlern eine Medaille. Das deutsche Team ist von einem weiteren Corona-Fall betroffen.

Natalie Geisenberger hat die Olympia-Erfolgsserie des deutschen Rodel-Teams auch bei den Winterspielen in China fortgesetzt. Die 34-jährige Bayerin gewann am Dienstag in Yanqing, sorgte für das dritte deutsche Gold der Winterspiele 2022 und zog mit ihrem fünften Olympiasieg mit Deutschlands Winter-Rekordhalterin Claudia Pechstein gleich. Anna Berreiter machte mit Silber einen deutschen Doppelerfolg perfekt.

Überschattet wurde die Freude durch einen weiteren Corona-Fall im deutschen Team. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) teilte dazu zunächst nur mit, dass der auffällige Test am Dienstag bei der Anreise am Dienstag am Flughafen von Peking genommen wurde. Das betroffene Teammitglied sei symptomfrei und vom Rest der Mannschaft separiert. Bisher waren bei den Spielen drei deutsche Athleten auch beim Nachtest positiv auf das Coronavirus getestet worden.

In der Olympia-Blase gab es laut der Organisatoren am Montag sechs neue Corona-Fälle bei mehr als 70.000 Tests. Der deutsche Nordische Kombinierer Eric Frenzel muss noch in seinem Quarantäne-Hotel bleiben. Er verpasst wie der ebenfalls positiv getestete Teamkollege Terence Weber das erste Einzel am Mittwoch.

Einen Tag nach dem Gold-Coup von Denise Herrmann gingen die deutschen Biathleten im Einzel über 20 Kilometer leer aus. Beim Olympiasieg des Franzosen Quentin Fillon Maillet wurde Benedikt Doll Sechster vor Roman Rees. Doll unterliefen zwei Schießfehler, der zweite kostete ihn die mögliche Silbermedaille.

Im Vergleich zum enttäuschenden Abfahrtsrennen zeigten sich die deutschen Skirennfahrer im Super-G zwar verbessert und belegten durch Romed Baumann und Andreas Sander die Ränge sieben und acht. Doch für Top-Plätze und die Zeit des wie vor vier Jahren erfolgreichen Österreichers Matthias Mayer reichte es auch dieses Mal nicht.

Ein Debakel gab für die Snowboard-Auswahl im Parallel-Riesenslalom. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren schieden die zuvor hoch gehandelten deutschen Athletinnen und Athleten frühzeitig aus.

Der Ärger im deutschen Skisprung-Team war auch am Tag nach der Disqualifikation von Katharina Althaus im Mixed-Wettbewerb noch groß. Von den Ausschlüssen wegen angeblich nicht korrekter Anzüge waren am Montag insgesamt fünf Springerinnen aus dem Wettbewerb genommen worden. «Damit macht man Nationen kaputt, Förderungen und den ganzen Sport unfair», sagte die 25 Jahre alte Althaus.

Im Blickpunkt stand weiterhin die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai. Nachdem sie mit IOC-Präsident Thomas Bach den Big-Air-Wettbewerb der Frauen im Ski-Freestyle in Peking besucht hatte, kündigte Peng laut Bach an, die Olympia-Blase verlassen zu wollen. Sie hatte sich in dem streng abgeschirmten Bereich zuvor unter anderem zum Abendessen mit Bach getroffen.

Die frühere Nummer eins im Doppel hatte im vorigen November einen chinesischen Spitzenpolitiker eines sexuellen Übergriffs bezichtigt, der Post wurde bald danach gelöscht. Seitdem gibt es Sorge um Peng, die am Dienstag verfolgte, wie die in Kalifornien aufgewachsene Eileen Gu für China ein umjubeltes Gold im Ski-Freestyle gewann.

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