Glücklose Pfuhlschnepfe wieder mit Gegenwind 

Stopp in der Südsee

Ein brauner Pelikan taucht nach Nahrung, während sich Tausende entlang der Küste versammeln, um einem Fischschwarm in der Santa Monica Bay bei Pacific Palisades zu folgen. Foto: epa/Michael Nelson
Ein brauner Pelikan taucht nach Nahrung, während sich Tausende entlang der Küste versammeln, um einem Fischschwarm in der Santa Monica Bay bei Pacific Palisades zu folgen. Foto: epa/Michael Nelson

WELLINGTON: Mitte September machte ein glückloser Zugvogel weltweit Schlagzeilen: Die Pfuhlschnepfe mit der Kennung 4BWRB geriet in so starken Gegenwind, dass sie auf ihrem Weg nach Neuseeland nach 2000 Kilometern umkehren und nach Alaska zurückfliegen musste. Nach einem 57-stündigen Nonstop-Flug landete der Langstreckenspezialist, dessen Migration vom neuseeländischen Department of Conservation mittels eines Funksenders verfolgt wird, wieder an seinem Ausgangsort.

Forscher warteten gespannt darauf, was das ausgewachsene Männchen als nächstes tun würde. Schließlich hatten viele seiner Artgenossen die Marathon-Strecke nach Neuseeland zu diesem Zeitpunkt bereits bewältigt.

Die gute Nachricht: Die Schnepfe gab sich entschlossen und hob wenige Tage später, am 24. September, erneut in Richtung Südhalbkugel ab, wie der Zoologe Phil Battley von der neuseeländischen Massey University der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag sagte. Dabei sei sie auch zunächst gut vorangekommen. Dann aber wurde der Vogel erneut mit heftigen Winden konfrontiert - dieses Mal an der Südspitze von Neukaledonien.

«Ich dachte, dass er Richtung Australien weiterfliegen würde, aber stattdessen flog er nordwestlich die Länge der Insel ab und überquerte sie dann, um genau da zu landen, wo er jetzt ist», betonte Battley. Dieselbe Pfuhlschnepfe war bereits im vergangenen Jahr zu einem längeren Zwischenstopp gezwungen und harrte damals 38 Tage in Neukaledonien aus. Experten sind fasziniert, weil das Tier offenbar genau weiß, wo es sich befindet: «Ganz offensichtlich kennt es diesen Ort und mag ihn», so Battley. Der Vogel sei jetzt seit 18 Tagen auf der Insel in der Südsee. Es könne noch etwas dauern, bis er wieder losfliege, um Neuseeland doch noch zu erreichen, glaubt Battley.

Pfuhlschnepfen (Limosa lapponica) - in Neuseeland «Kuaka» genannt - sind bekannt dafür, dass sie große Distanzen überwinden, um in ihr Winterquartier zu gelangen. Die mindestens 11.000 Kilometer lange Nonstop-Migration zwischen Alaska und Neuseeland ist eine der längsten der Vogelwelt. Im September 2020 stellte eine Pfuhlschnepfe einen Rekord auf, der es sogar ins Guinness-Buch schaffte: Das Tier flog ohne Unterbrechung 12.200 Kilometer in 224 Stunden.

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