Gewalt

Oskar entnimmt lokalen Zeitungen, dass die Zahl der Straftaten trotz aller Anstrengungen der Polizei zunimmt. Kriminalität hat es in Pattaya immer gegeben. Aber man kann nicht darüber
hinwegsehen, dass die Kriminalität blüht wie nie zuvor. Die Stadt ist im letzten Jahrzehnt gewaltig gewachsen, und mit der Bevölkerungsexplosion haben die Straftaten zugenommen, vor allem
Kapitalverbrechen.

Beim Lesen der Berichte über Auseinandersetzungen bewaffneter Jugendbanden in der Innenstadt, über Mord, Totschlag und Raubüberfälle kommt Oskar schon der Gedanke auf, der Rechtsstaat könnte
kapituliert haben. Gross ist bei Thais und ausländischen Touristen die Sorge angesichts dieser Entwicklung. Sie sehen nur geringe Anzeichen für energische Gegenmassnahmen. Dass die Polizei
jetzt die Streitkräfte um Unterstützung gebeten hat, wertet Oskar als ein Zeichen, dass selbst die Polizeiführung nicht glaubt, den Kampf gegen Kriminelle allein gewinnen zu können.

Die Gewalt ist etwas Natürliches geworden. Junge Thais haben den Boden unter den Füssen verloren und überschreiten Grenzen. Für diese Menschen lohnt sich Verbrechen allemal. Sie scheuen nicht
davor zurück, Ausländer auf offener Strasse mit gezielten Schüssen niederzustrecken.

Auch Ausländer verstossen gegen Gesetze. Das Rauchen von einem Joint wird wie das Arbeiten ohne Arbeitsgenehmigung unter Kavaliersdelikt abgehakt, obwohl die Polizei hart durchgreift und ebenso
bei Betrug, Unterschlagung, Nötigung, Erpressung und Gewaltanwendung ausländische Täter in Haft nimmt. Nicht zu vergessen die vielen Ausländer, die in ihren Heimatländern straffällig geworden
sind und Thailand als Rückzugsgebiet sehen.

Wenn Oskars älteste Tochter die auflagenstärkste Tageszeitung Thai Rath aufschlägt, wenn ihr Blick dann auf das Foto eines verhafteten oder verletzten Ausländers fällt, folgt fast immer der
abschätzige Kommentar: Wieder mal Pattaya!

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