Anders Tegnell wechselt zur WHO

​Gesicht von Schwedens Sonderweg

Foto: epa/Claudio Brescian
Foto: epa/Claudio Brescian

STOCKHOLM: Er ist das Gesicht des schwedischen Sonderwegs in der Corona-Krise gewesen - nun wechselt Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell den Job. Der 65-Jährige arbeitet künftig im Auftrag seines Landes mit einem Fokus auf den gerechten Zugang zu Corona-Impfstoffen für die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf, wie die Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten am Mittwoch mitteilte. Seine Posten als Staatsepidemiologe und Abteilungschef bei der schwedischen Behörde gibt er demnach am 14. März ab.

Bei der WHO wird Tegnell als leitender Experte in einer neu geschaffenen Gruppe im Einsatz sein, die die Arbeit zwischen der WHO, dem UN-Kinderhilfswerk Unicef und der Impfstofforganisation Gavi koordinieren soll. Dabei geht es unter anderem darum, Ländern Corona-Impfstoffe zur Verfügung zu stellen, die es sich nicht leisten konnten, diese Mittel selbst einzukaufen.

Der promovierte Infektionsarzt Tegnell ist seit neun Jahren Schwedens Staatsepidemiologe. In der Corona-Krise war er lange Zeit das öffentliche Gesicht der schwedischen Strategie im Kampf gegen das Virus gewesen. Schweden hatte dabei im Vergleich zu den meisten anderen Ländern Europas auf deutlich lockerere Maßnahmen und vielmehr auf Appelle an die Vernunft der Bürger gesetzt. Lockdowns gab es in dem skandinavischen EU-Land nie.

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