Gericht weist Bundesstaaten an, Wanderarbeiter heimzubringen

Ein Blick auf das India Gate in Neu-Delhi. Foto: epa/Stringer
Ein Blick auf das India Gate in Neu-Delhi. Foto: epa/Stringer

NEU DELHI: Das höchste Gericht Indiens hat die Bundesstaaten angewiesen, gestrandete Wanderarbeiter innerhalb der nächsten 15 Tagen in ihre Dörfer zu bringen. Seit Wochen sind Millionen Wanderarbeiter auf den Straßen der größten Demokratie der Welt unterwegs, weil sie wegen der Ende März kurzfristig angekündigten Einschränkungen des alltäglichen Lebens plötzlich ihre Jobs in den großen Städten verloren haben. Die Menschen haben Angst zu verhungern und machen sich daher in Richtung ihrer Heimatdörfer auf. Dabei kam es zu zahlreichen Todesfällen.

Wie die auf Recht spezialisierte Nachrichtenseite Live Law am Dienstag berichtete, wies das höchste Gericht zudem die indische Regierung und die Bundesstaaten an, Beschäftigungsprogramme für die Wanderarbeiter zu initiieren. Zudem sollen die Behörden ihnen dabei helfen, ihren Fähigkeiten entsprechende Jobs zu finden.

Viele der Wanderarbeiter bestritten die oft Hunderte Kilometer langen Heimwege zu Fuß, weil zunächst wegen des Corona-Lockdowns keine Busse und Züge mehr fuhren. Auf dem Weg waren etliche Wanderarbeiter bei Verkehrsunfällen, wegen der Hitze von teilweise mehr als 40 Grad oder wegen fehlender Nahrungsmittel gestorben. Nach Schätzungen von Oppositionspolitikern sind noch immer Millionen von Menschen in den Städten, wollen diese aber ebenfalls verlassen. Eine Rückführung könnte daher Monate dauern.

Das große Leid der vielen marschierenden Wanderarbeiter gilt als einer der Gründe für den geringen Erfolg des eigentlich strikten indischen Lockdowns, der die Zahl der Corona-Neuinfektionen kaum hat sinken lassen. Indien lockert nun die Maßnahmen zunehmend - obwohl die Neuinfektionen gerade besonders schnell steigen. Indien verzeichnet nach Zahlen der Johns Hopkins Universität inzwischen die fünftmeisten Fälle.

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