Strafverfahren gegen Journalisten

Reuters-Journalist Wa Lone. Foto: epa/Lynn Bo Bo
Reuters-Journalist Wa Lone. Foto: epa/Lynn Bo Bo

YANGON (dpa) - Ein Gericht in Myanmar hat einen Antrag abgewiesen, ein Verfahren gegen zwei Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters einzustellen. Der Grund für die Entscheidung sei, dass nicht alle Zeugen gehört worden seien, erklärte ein Anwalt am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Anwälte der Journalisten hatten in der vergangenen Woche argumentiert, dass es nicht genügend Beweise gebe.

Den beiden Männern wird vorgeworfen, vertrauliche Unterlagen zum Vorgehen des Militärs gegen die muslimischen Rohingya zu besitzen. Sie waren im Dezember festgenommen worden. Bei einer Verurteilung drohen den beiden Reportern aus Myanmar bis zu 14 Jahre Gefängnis. Ende März hatte die Ehefrau des Hollywood-Stars George Clooney, Amal Clooney, angekündigt, sich als Rechtsanwältin für die Freilassung der Männer einzusetzen.

In Myanmar (früher: Birma) ist das Militär auch nach dem Ende der jahrzehntelangen Diktatur noch an der Regierung beteiligt, die de facto von der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi geführt wird. Wegen seines gewaltsamen Vorgehens gegen die muslimischen Rohingya in der Unruheregion Rakhine ist das Land unter internationalen Druck geraten. Knapp 700.000 Rohingya flohen nach Bangladesch; Menschenrechtsorganisationen berichteten von Vergewaltigungen, Tötungen und Brandstiftungen.

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