Gereifte Eierfrüchte sind süß und delikat

Eine in Thailand seltene Frucht aus Südamerika hat viele verschiedene Namen

Es gibt zugespitzte und runde Eierfrüchte, doch sie schmecken beide gleich gut, sehr lecker. Fotos: hf
Es gibt zugespitzte und runde Eierfrüchte, doch sie schmecken beide gleich gut, sehr lecker. Fotos: hf

Zweimal im Jahr kann ich leckere Eierfrüchte von meinen Bäumen ernten. Sie sind vollkommen anspruchslos und liefern auch auf schlechten Böden reiche Ernten. Einen Trick allerdings sollte man schon kennen.

Sie heißen Canistel, Tiesa, Pouteria campechiana und hierzulande auch „mon kai“, da steckt ja schon das „Ei“ – auf Thai „kai“ – der Eierfrüchte. Der umgangssprachliche Name erklärt sich aus der Textur und Farbe des Fruchtfleisches, das eben an gekochtes Eigelb erinnert. Geschmacklich ist es aber anders als Eigelb, nämlich süß, etwas puderig. Es kann ein scharfes Seafood-Yum-Wunsen abrunden oder man kann damit einen Milchshake kreieren. Ich verwende es im Naturjoghurt, wo es Farbe und dezenten Geschmack liefert. Eierfrüchte passen auch in Nachspeisen und Cremen aller Art.

Langsamer Start, aber dann problemlos

Reif: Mit etwas Salz am rechten Ort.
Reif: Mit etwas Salz am rechten Ort.

Die Setzlinge der Eierfruchtbäume kann man bequem aus Samen ziehen. Jede Frucht enthält drei bis fünf Samen, die rasch einmal keimen. Das Wachstum ist die ersten zwei, drei Jahre eher gemächlich, doch ist so ein Bäumchen einmal gut verwurzelt, geht es rasant weiter, auch auf ausgesprochen miesen Böden. Überhaupt sind diese Bäume völlig anspruchslos. Man muss sie weder düngen noch wässern, sie liefern zuverlässig zweimal jährlich attraktive, gelbe Früchte.

Es gibt zwei Erscheinungsformen bei den Früchten: Eine zugespitzte, längliche Frucht, die in ihren unreifen, grünen Exemplaren an Mangos erinnert. Und eine runde, schwerere Sorte, die mehr Fruchtfleisch liefert, bis 400 g auf die Waage bringt. Geschmacklich habe ich keinen Unterschied feststellen können.

Mir schmecken Joghurts damit gut.
Mir schmecken Joghurts damit gut.

Schön anzusehen sind auch die frischen, grünen Blätter, die zugespitzt sind. Eine Pouteria campechiana wird etwa zehn Meter hoch, kann aber auch problemlos zurückgeschnitten werden. Setzlinge bis einen Meter hoch können wir in Thailand problemlos verschicken, größere Bäumchen können im „Discovery Garden Pattaya“ oder „Discovery Garden Nong Khai“ abgeholt werden.

Simpler Trick reift Eierfrüchte rasch

Ich habe lange nicht ganz verstanden, wie man Eierfrüchte reifen kann. In der Vergangenheit habe ich immer wieder Früchte am Baum mit den Händen befühlt, aber sie waren – obwohl außen schon gelb – meistens noch steinhart. Pflückt man sie dann und packt sie in Zeitungspapier, reifen einige, andere verfaulen. Das mit dem Zeitungspapier funktioniert bei der Reifung von Avocados recht gut, bei den Eierfrüchten nur unzulänglich.

Manchmal las ich eben gerade vom Baum gefallene Früchte vom Boden auf, und die waren alle reif. Aber viele davon schon voller Käfer oder Ameisen. Andere erwischte ich noch vor den Viechern, aber das waren zugegebenermaßen nicht sehr viele.

In Teilen des Isaan kennt man Eierfrüchte. Auf dem Morgenmarkt in Nong Khai sind sie saisonal im Angebot. In den meisten Teilen von Thailand sind sie hingegen völlig unbekannt.

Setzlinge gehen in den Thai-Versand.
Setzlinge gehen in den Thai-Versand.

Mein Partner Khun Amorn, der ja in Nong Khai aufgewachsen ist, wusste schließlich Rat und erklärte mir einen simplen, aber effektiven Trick: Man entfernt den Stiel, an der verletzten Stelle kommt ein weißer Saft heraus. Den wäscht man ab und füllt die dort entstandene Grube mit Kochsalz. Nach zwei, drei Tagen ist die Eierfrucht schließlich ausgereift. Man kann sie genießen und die Samen eintopfen.

Also ganz einfach…, wenn man weiß, wie es geht!


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!


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