G7-Staaten können sich nicht auf Ziel für Kohleausstieg einigen

Großbritanniens Königin Elizabeth II. (C) posiert mit Würdenträgern für ein Familienfoto vor einem Empfang auf dem G7-Gipfel in St Austell, Cornwall. Foto: epa/Andrew Parsons/downing Street
Großbritanniens Königin Elizabeth II. (C) posiert mit Würdenträgern für ein Familienfoto vor einem Empfang auf dem G7-Gipfel in St Austell, Cornwall. Foto: epa/Andrew Parsons/downing Street

CARBIS BAY: Die sieben reichen Industrienationen (G7) haben bei ihrem Gipfel mehr Klimaschutz versprochen, konnten sich aber nicht auf ein konkretes Zieldatum für den Kohleausstieg einigen. Zum Abschluss des Spitzentreffens im englischen Carbis Bay stellten sie in einer gemeinsamen Erklärung in Aussicht, vor der UN-Klimakonferenz im November im schottischen Glasgow ihre nationalen Ziele zur Verringerung des Kohlendioxidausstoßes erhöhen zu wollen. Der Vorschlag, im Laufe der 2030er Jahre alle herkömmlichen Kohlekraftwerke abzuschalten, scheiterte jedoch vor allem am Widerstand der USA, wie Diplomaten berichteten.

Konkret bekannten sich die G7-Staaten in der Erklärung erstmals dazu, die Klimaneutralität «so schnell wie möglich» oder mindestens bis 2050 zu erreichen. Das bedeutet, dass kein Kohlendioxid ausgestoßen wird oder die CO2-Emissionen vollständig kompensiert werden. Experten weisen allerdings darauf hin, dass das 2050er-Ziel vermutlich nur dann erreicht werden kann, wenn jetzt schon klare neue Vorgaben für den Weg dorthin gemacht werden.

In der Erklärung fehlen diese. So wird es im Text beispielsweise nur wiederholt, dass neue direkte Subventionen für fossile Energie «so schnell wie möglich» auslaufen sollten - «begrenzte Ausnahmen» bleiben möglich. Zum Thema Kohlekraftwerke heißt es in der Erklärung, Investitionen in Anlagen, deren Emissionen nicht durch technische Abscheidung und dauerhafte Speicherung in unterirdischen Lagerstätten reduziert werden, «müssen jetzt enden». Experten heben dabei hervor, dass das bislang kommerziell nicht funktioniere.

Die G7-Staaten bekräftigten ferner die schon früher gemachte Zusage, für arme Ländern 100 Milliarden US-Dollar jährlich an öffentlichen und privaten Geldern zu mobilisieren. Damit sollen ärmere Staaten ihren Klimaschutz ausbauen und sich widerstandsfähiger gegen Auswirkungen wie Wetterextreme machen. Die Klimahilfen erreichen laut Entwicklungsorganisation Oxfam bisher nur 39 Milliarden US-Dollar. Deutschland will seine Haushaltsmittel für die Klimahilfe bis spätestens 2025 von vier auf sechs Milliarden Euro jährlich erhöhen.

Klimaschützer zeigten sich enttäuscht und sprachen von «leeren Versprechen». «Die G7-Staats- und Regierungschefs lassen ihren Worten immer noch keine Taten folgen», sagte Catherine Pettengell vom Climate Action Network.

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