Nadal im Melbourne-Halbfinale

​Fünf Sätze gegen Zverev-Bezwinger  

Der spanische Spieler Rafael Nadal feiert seinen Sieg im Viertelfinale gegen Denis Shapovalov. Foto: epa/Dean Lewins
Der spanische Spieler Rafael Nadal feiert seinen Sieg im Viertelfinale gegen Denis Shapovalov. Foto: epa/Dean Lewins

MELBOURNE: Auch Alexander Zverev hätte an diesem ersten Viertelfinal-Tag der Australian Open gegen Rafael Nadal antreten können, wäre er seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Gegen den Bezwinger des Hamburgers hatte Nadal Probleme, kämpfte sich aber durch.

Auch geplagt von Magenproblemen hat sich Rafael Nadal vom Bezwinger des Tennis-Olympiasiegers Alexander Zverev nicht aufhalten lassen und ist dem Grand-Slam-Rekord einen Schritt nähergekommen. In einem Tennis-Match über fünf Sätze kämpfte sich der Spanier gegen Denis Shapovalov zum Sieg und erreichte zum siebten Mal das Halbfinale der Australian Open. Mit 6:3, 6:4, 4:6, 3:6, 6:3 entschied Nadal am Dienstag in Melbourne das Generationenduell.

Die Spannung, die dieses Match bekommen sollte, war lange nicht absehbar gewesen. Nach einer 2:0-Satzführung hatte der 35-jährige Nadal jedoch körperliche Probleme und hatte es am Ende auch den Fehlern des Kanadiers Shapovalov (22) zu verdanken, dass er weiterkam.

«Ich denke, ich hatte Glück, dass ich gut aufgeschlagen habe im fünften», sagte Nadal im Siegerinterview auf dem Platz. Er habe angefangen, sich ein bisschen müde zu fühlen, erklärte er und berichtete von seinen Magenproblemen: «Ich hoffe und ich glaube wirklich, dass ich bereit sein werde für das Halbfinale.»

13 Jahre nach seinem bisher einzigen Melbourne-Triumph trennen Nadal nur noch zwei Siege von der nächsten Trophäe. Im Halbfinale tritt der Weltranglisten-Fünfte am Freitag gegen den italienischen Wimbledonfinalisten Matteo Berrettini oder Gael Monfils an. Sollte er tatsächlich am Sonntag triumphieren, würde er sich mit seinem 21. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier den alleinigen Rekord sichern. Dass der serbische Weltranglistenerste Novak Djokovic und sein Schweizer Rivale Roger Federer aus ganz unterschiedlichen Gründen nicht anwesend sind, hat die Tür weit für ihn geöffnet.

Die Frage nach seiner körperlichen Verfassung war vor dem Turnierbeginn ein diskutiertes Thema. Dennoch war Nadal weitestgehend sicher durch die frühen Runden marschiert. Monatelang hatte der Spanier wegen einer Fußverletzung am Ende der vergangenen Saison pausieren müssen. Diesmal hatten die Probleme nichts damit zu tun.

Gegen den Wimbledon-Halbfinalisten machte es Nadal lange viel besser als Zverev. Aufgrund der Präsenz und Konstanz von Nadal sah dieses Duell mit dem 22 Jahre alten Shapovalov über zwei Sätze nach einem dieser Tage aus, an denen für den Herausforderer wenig auszurichten ist. Der kanadische Weltranglisten-14. beschwerte sich, dass sich der Spanier zu viel Zeit zwischen den Ballwechseln ließe. «Ihr seid alle korrupt», schimpfte er in Richtung des Schiedsrichters zu Beginn des zweiten Satzes, als Nadal seiner Meinung nach nicht zeitig genug bereit für den Return war.

Nadal ließ sich nicht irritieren und holte sich den zweiten Satzgewinn. Doch plötzlich verlor der Turnier-Mitfavorit seine Souveränität. Als er im vierten Satz mit 1:4 zurücklag, rief er den Physiotherapeuten und deutete auf seinen Bauch. Die Chancen des Melbourne-Siegers von 2009, bei 3:5 und Breakbällen zurückzukommen, wehrte Shapovalov ab. Im fünften und alles entscheidenden Durchgang profitierte Nadal auch von unerzwungenen Fehlern seines Gegners.

Für sportliche Schlagzeilen sorgt auch Madison Keys. Erstmals seit 2015 steht die US-Amerikanerin im Halbfinale der Australian Open. Im Viertelfinale gewann die US-Open-Finalistin von 2017 gegen die tschechische French-Open-Siegerin Barbora Krejcikova deutlich mit 6:3, 6:2. «Ich denke, ich werde weinen. Es bedeutet mir so viel», räumte die Weltranglisten-51. gerührt beim Siegerinterview ein.

In der Vorschlussrunde am Donnerstag tritt Keys gegen die Weltranglistenerste Ashleigh Barty aus Australien oder ihre Landsfrau Jessica Pegula an. Die Weltranglisten-Vierte Krejcikova sah bei Temperaturen um die 30 Grad mitgenommen aus. Beim Stand von 2:5 im ersten Satz ließ sie sich untersuchen und den Blutdruck messen.

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