Reemtsma-Entführer ausgeliefert und in Köln inhaftiert

Der angeklagte Thomas Drach sitzt in einem Gerichtssaal des Landgerichts Hamburg bei der Fortsetzung seines Prozesses. Foto: epa/Christian Charisius
Der angeklagte Thomas Drach sitzt in einem Gerichtssaal des Landgerichts Hamburg bei der Fortsetzung seines Prozesses. Foto: epa/Christian Charisius

KÖLN: Thomas Drach ist zurück in Deutschland: Mit einem Hubschrauber wurde der frühere Reemtsma-Entführer am Dienstag nach Köln geflogen. Dort erwartet ihn ein Prozess wegen mehrerer Raubüberfälle.

Der frühere Reemtsma-Entführer und mutmaßliche Räuber Thomas Drach ist am Dienstag von den Niederlanden an Deutschland ausgeliefert und in Köln inhaftiert worden. Der Beschuldigte sei mit einem Helikopter in die Justizvollzugsanstalt Köln geflogen worden, teilte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer der Deutschen Presse-Agentur mit. Drach befinde sich nun in Untersuchungshaft. «Mit dem Abschluss der staatsanwaltlichen Ermittlungen wird binnen der nächsten Monate zu rechnen sein», sagte Bremer.

Am vergangenen Dienstag hatte ein Gericht in Amsterdam Drachs Auslieferung nach Deutschland gebilligt. Der 60-Jährige war vor zehn Wochen in der niederländischen Hauptstadt festgenommen worden. Er steht unter dem dringenden Verdacht, drei Raubüberfälle begangen zu haben.

Der in Erftstadt bei Köln geborene Drach soll mit Komplizen 2018 und 2019 drei Überfälle auf Geldtransporter in Köln und Frankfurt am Main begangen haben. Bei einem Überfall wurde ein Wachmann schwer verletzt. Jahrelang fehlte aber jede Spur von den Tätern. Mittlerweile wurde auch ein mutmaßlicher niederländischer Komplize von Drach in Amsterdam vorübergehend festgenommen. Auch er soll in Deutschland vor Gericht gestellt werden.

Drach, der bis zu seiner Festnahme in Amsterdam gewohnt hatte, hatte gegen die Auslieferung keine Einwände erhoben. Er war erst im Herbst 2013 aus der Haft entlassen worden. Drach hatte 1996 mit Komplizen den Hamburger Erben der Tabak-Dynastie, Jan Philipp Reemtsma, entführt. Das Opfer wurde nach 33 Tagen wieder freigelassen - gegen umgerechnet rund 18 Millionen Euro Lösegeld. Drach wurde später gefasst und zu vierzehneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

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Bernd Lange 12.05.21 16:50
Haft in D kann man genießen!
Warm, sauber, wäsche gebügelt und gewaschen! Sex mit einer Frau/Mann im Separee! Fernseher ohne Gebühren-Essen regelmäßig-Weihnachten Gänsebraten--was will man mehr! Eine bessere Erholung nach dem Clou kann man doch nicht erwarten!
Frank Matthias 12.05.21 13:10
Flucht
Seine Flucht führte über Kuba, Venezuela nach Argentinien.
Er pflegte ein en aufwändigen , teuren Lebensstil.
Von 1996 bis 2000 konnte er sein erpresstes ge Geld genießen, bis er 2000 von Argentinien ausgeliefert und in Deutschland zu 14 Jahren Haft verurteilt wurde.
Gelernt hat er nicht daraus, gearbeitet hat er auch nie.
Steuern hat er auch keine gezahlt, 555 ,
wird aber wieder steuerfinanziert weiter " betreut".
Ingo Kerp 12.05.21 12:30
18 Mio Euro Loesegeld hat er mal erpreßt. Weiter als bis Holland hat er es nicht geschafft und hat oder mußte, noch mal einige Überfälle begehen. Das zeigt, Geld macht nicht unbedingt glücklich. Er hat Menschen zu Schaden gebracht und dafür verdient er die Strafzumessung, die das Gericht ihm geben wird. Ob er daraus lernt, dürfte fraglich sein. Die letzten 14 Jahre im Gefängnis haben jedenfalls keinen bleibenden Eindruck auf ihn hinterlassen.