Altmaier-Aus nach «Gewitter» von Tsitsipas

​French Open 

Der Deutsche Daniel Altmaier. Foto: epa/Christophe Petit
Der Deutsche Daniel Altmaier. Foto: epa/Christophe Petit

PARIS: Daniel Altmaier hofft auf einen Zweitrunden-Coup wie im Vorjahr, doch erhält zunächst eine Lehrstunde. Er steigert sich, verpasst aber die dritte Runde. Viele andere Matches fallen wegen Regens aus.

Vor dem Regen war Daniel Altmaier auf dem überdachten Court Suzanne Lenglen zwar geschützt, nicht aber vor dem stürmischen Spiel seines Gegners Stefanos Tsitsipas. «Es war ein ziemliches Gewitter», sagte der deutsche Tennisprofi über den Klassen-Unterschied zu Beginn seines Zweitrunden-Matches bei den French Open am Mittwoch gegen den an Nummer neun gesetzten Griechen.

Altmaier fand zwar noch seinen Rhythmus wieder und konnte den Favoriten ein wenig ärgern, doch nach 2:43 Stunden stand sein Aus beim Grand-Slam-Turnier auf Sand in Paris durch ein 3:6, 2:6, 7:6 (7:2), 4:6 fest. «Ich bereue gar nichts», sagte der 25-jährige Altmaier hinterher: «Es war für mich eine gute Lektion.»

Im Vorjahr war dem Profi aus Kempen in der zweiten Runde gegen Italiens Tennisstar Jannik Sinner ebenfalls auf dem Court Suzanne Lenglen noch ein Überraschungscoup in fünf Sätzen gelungen. Diesmal sah es anfangs eher nach einer Lehrstunde aus. Drei Tage nach seinem Fünf-Stunden-Match zum Auftakt gegen den Serben Laslo Djere fehlte Altmaier zunächst fast alles, um Tsitsipas zu gefährden. Der French-Open-Finalist von 2021 dominierte mit präzisen Grundschlägen und viel Spielwitz.

Nach einer kleinen Pause kam Altmaier im dritten Satz wie verwandelt zurück auf den Platz, er spielte mit deutlich mehr Druck und Risiko - und wurde mit dem Satzgewinn im Tiebreak belohnt. Auch im vierten Satz agierte er auf Augenhöhe mit Tsitsipas, der nach einer kurzen Liebespause wieder mit der spanischen Tennisspielerin Paula Badosa liiert ist.

Wie schon in den vergangenen Tagen bereitete der Regen den Veranstaltern am Mittwoch große Sorgen. Die Matches auf den nicht überdachten Plätzen im Stade Roland Garros wurden früh unterbrochen, am frühen Abend folgte die Absage aller dort angesetzten Matches. Das betraf auch die Zweitrundenspiele der Deutschen Maximilian Marterer gegen den Belgier Zizou Bergs und Henri Squire gegen den Kanadier Felix Auger-Aliassime.

Auf dem überdachten Court Philippe Chatrier konnte Carlos Alcaraz als erster großer Turnier-Favorit mit etwas Mühe die dritte Runde perfekt machen. Der 21-Jährige gewann gegen den niederländischen Qualifikanten Jesper de Jong mit 6:3, 6:4, 2:6, 6:2.

Am Donnerstag schlägt auch Turnier-Mitfavorit Alexander Zverev wieder auf. Drei Tage nach seinem emotionalen Auftakterfolg gegen den spanischen Rekordchampion Rafael Nadal steht für den Hamburger ein deutlich weniger spektakuläres, aber nicht minder gefährliches Match an. Mit Zweitrunden-Gegner David Goffin habe er «im Laufe der Jahre meine Schwierigkeiten» gehabt, gab Zverev zu. Der Belgier sei «ein weiterer großartiger Spieler. Natürlich ganz anders als Rafa», sagte der Weltranglisten-Vierte, der quasi vor einem Neustart steht. Das Highlight gegen Nadal sei er «wie ein Finale» angegangen, «jetzt habe ich das Gefühl, ein neues Turnier fängt an».

Neben Zverev hat auch Jan-Lennard Struff realistische Chancen, die zweite Turnierwoche zu erreichen. Der 34-Jährige konnte bei seinem problemlosen Auftaktsieg am Dienstag gegen den argentinischen Qualifikanten Román Andrés Burruchaga Kräfte schonen, die er gegen seinen nächsten Gegner wohl auch brauchen wird: Der an Nummer 19 gesetzte Kasache Alexander Bublik sei ein «sehr spezieller Spieler», der sich zuletzt «unglaublich verbessert» habe, meinte Struff. Der Warsteiner betonte aber auch: «Ich weiß, dass ich mit meinem Spiel einigen Leuten gefährlich werden kann.»

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