Frauen und Jugendliche zählen zur Risikogruppe

Mehr Aufklärungskampagnen über Aids gefordert

Mechai Viravaidya fordert eine bessere Sex-Aufklärung der Jugend und neue Anti-Aids-Programme.
Mechai Viravaidya fordert eine bessere Sex-Aufklärung der Jugend und neue Anti-Aids-Programme.

Mechai Viravaidya hat die Behörden für ihr nachlassendes Engagement in der Aids-Vorbeugung kritisiert. „In den letzten drei Jahren“, so der soziale Aktivist, „haben die Aufklärungskampagnen merklich nachgelassen.“ Nach Einschätzung des ehemaligen Senators benutzen höchstens 90 Prozent der im Sex-Gewerbe tätigen Frauen und Männer ein Kondom – und damit natürlich auch ihre Kunden.

Der landesweit als Mr. Condom bekannte politische Veteran appelliert an die Regierung, die Anti-Aids-Programme und die Sex-Erziehung zu verstärken. Mechai Viravaidya trat bereits Mitte der 60erJahre für die Geburtenkontrolle ein und hat den Gebrauch von Kondomen gesellschaftsfähig gemacht. Er bekämpfte mit der von ihm gegründeten „Population and Community Development Association”unter dem Motto „Hilfe zur Selbsthilfe” landesweit die Armut und hat in den 80er Jahren mit Erfolg Vorbeugungsaktionen gegen HIV/Aids gestartet.

Heute fordert er gezielte Aufklärungsprogramme für Teenager, verheiratete Frauen und junge Erwachsene. Sie alle zählten zu den Risikogruppen, weil sie sich über ihre Partner mit dem HI-Virusanstecken könnten.

Das bestätigt auch eine neuerliche Studie des Sexually Transmitted Diseases Bureau. Danach steigt die Zahl der Neuinfektionen in den „indirekten Risikogruppen“.

Besonders betroffen sind verheiratete Frauen, die mit untreuen, infizierten Ehemännern ungeschützten Sex haben. Über 30 Prozent der offiziell ermittelten 17.000 Neuinfektionen in 2005 entfallenauf verheiratete Frauen, dann folgen Homosexuelle (20%), Drogenabhängige (10%), weiter Jugendliche sowie Prostituierte aufsuchende Thais. Das Sexually Transmitted Diseases Bureau hat alle inder Aids-Prävention involvierten Ämter und Organisationen aufgefordert, ihre Aktionen zu überdenken und neu auszurichten.

Nimit Tien-udom, Direktor der Aids Access Foundation, vermisst bei der Regierung den politischen Willen zum Kampf gegen Aids: „Wir können das Problem nicht damit lösen, dass wir den PatientenAnti-Aids-Medikamente verabreichen.“ 800.000 Thais sind nach offiziellen Angaben HIV-infiziert. Private Hilfsorganisationen gehen von einer sehr hohen Dunkelziffer aus.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als vollfarbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder

Es sind keine Kommentare zum Artikel vorhanden, bitte schreiben Sie doch den ersten Kommentar.