Franzosen erfinden Überfall und fallen dann selbst herein

Die drei französischen Touristen wurden jetzt von der Polizei Chaweng-Bophut der Presse vorgeführt. Sie hatten die Überfallgeschichte laut Ermittlungen frei erfunden, um Zuhause ihre Versicherungen schröpfen zu können.
Die drei französischen Touristen wurden jetzt von der Polizei Chaweng-Bophut der Presse vorgeführt. Sie hatten die Überfallgeschichte laut Ermittlungen frei erfunden, um Zuhause ihre Versicherungen schröpfen zu können.

KOH SAMUI: Einen schlechteren Zeitpunkt hätten sich drei mutmaßliche Versicherungsbetrüger auf Koh Samui nicht aussuchen können. Drei französische Touristen hatten vergangene Woche einen Raubüberfall in einer Nebenstraße des Badeortes Lamai angezeigt – jetzt stellte sich der Fall als reine Erfindung der Urlauber heraus.

Priscilla M. (31), Bryan D. (25) und Jan C. (32) hatten behauptet, sie seien aus Versehen zu früh aus einem Songthaew Sammeltaxi ausgestiegen und dann auf dem Nachhauseweg zu Fuß von mehreren Thaimännern bedroht und mit vorgehaltenen Messern ausgeraubt worden. Ermittlungen der Polizei Chaweng-Bophut und die Befragung von lokalen Taxifahrern nährten schnell Zweifel an der Version des Trios, das sich zudem bezüglich des Tatortes und Ablaufes immer mehr in Widersprüche verwickelte.

Jetzt wurden die drei vorläufig festgenommen und von den sichtlich verärgerten Polizeibeamten der Direktion der Presse präsentiert. Ihnen drohen laut Angaben des Direktionsleiters in Chaweng-Bophut im schlimmsten Falle sogar mehrere Jahre Haft im Provinzgefängnis von Koh Samui.

Nicht nur sich selbst haben die drei Urlauber aus Frankreich einen Bärendienst erwiesen. Eine 19jährige Britin aus London versucht seit Wochen mit ihrer Mutter, eine angebliche Vergewaltigung auf Koh Tao vom 26. Juni von der thailändischen Polizei aufklären zu lassen. Erst am vergangenen Wochenende konnte die Studentin von weiblichen Detektiven aus Thailand in London vernommen werden. Dabei wurden auch mögliche DNA-Spuren auf dem T-Shirt des mutmaßlichen Opfers als Beweismittel übergeben.

Die Polizei auf Koh Tao, Koh Phangan und auch Thailands damaliger Vize-Tourist Police Leiter Surachate Hakparn hatten die Anschuldigungen der 19-jährigen Britin als unbewiesen und falsch zurückgewiesen und später doch in weitere Ermittlungen eingewilligt.

Die drei französischen Märchenerzähler haben der Polizei unfreiwillig einen latenten Gegenbeweis geliefert, dass viele der hier angezeigten Fälle von Touristen frei erfunden seien. Zumeist, so sehen es die Polizeiermittler, um Zuhause Versicherungsansprüche geltend machen zu können. Dadurch sei schon mehrfach der Ruf Thailands als sichere Urlaubsdestination ungerechtfertigt beschädigt worden.

Foto: Polizei Chaweng
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Leserkommentare

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Rudolf Lippert 11.10.18 09:50
Kriminelle enegie und dummheit
Sind offenbar eine ganz schlechte Mischung. Wie kann man nur so dämlich sein! 3 Personen plus einige Thais, vielleicht 6 Personen. da muss die story stimmen sonst wird man im verhör auseinander genommen, zu viele beteiligte. Jeder der schon mal krimis geschaut hat weiss das. Zudem stehen in TH Überall Kameras herum, öffentliche wie private.
Ingo Kerp 10.10.18 13:05
2 Franzmänner und 1 Franzfrau auf Abwegen. Toll der Zeitpunkt, wo die Polizei so sensibilisiert ist. Das dürfte jetzt ein boeses Nachspiel für die 3 haben.
Norbert Kurt Leupi 09.10.18 16:03
Andere Zeiten, andere..
Sitten ,auch im Land des ewigen Lächelns !Vor lauter Schlangen findet man im Paradies den Apfelbaum nicht mehr !