USA kaufen Schutzmasken in China auf

USA kaufen Schutzmasken in China auf

PARIS: Französische Politiker werfen den USA vor, für Frankreich bestimmte Lieferungen von Schutzmasken in China aufzukaufen. Renaud Muselier, Präsident der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur, sagte dem Fernsehsender BFMTV am Donnerstag, dass für Frankreich bestimmte Maskenlieferungen von einem anderen Land auf dem Rollfeld chinesischer Flughäfen gekauft worden seien. Auf Nachfrage bestätigte Muselier, dass es sich dabei um die USA gehandelt habe.

Seinen Angaben zufolge wurde der dreifache Preis für die Sendung bezahlt, die Masken seien nun weg. Frankreich hatte zuletzt eine Milliarde Masken bestellt - unter anderem aus China.

Aus dem französischen Außenministerium hieß es am Abend, dass die Vorwürfe überprüft würden. Das Gesundheitsministerium reagierte auf Nachfrage nicht.

Auch der Regionalpräsident der schwer von der Coronavirus-Pandemie getroffenen Region Grand Est, Jean Rottner, erhob Vorwürfe gegen die USA. «Es ist wahr, dass die Amerikaner auf dem Rollfeld ankommen, das Geld herausnehmen und drei- oder viermal mehr für die Bestellungen bezahlen», sagte Rottner am Mittwochabend dem Radiosender RTL. Er sprach von einem täglichen Kampf. Eine Arbeitsgruppe seiner Region bemühe sich gemeinsam mit Geldgebern darum, «diese Märkte zu gewinnen», sagte Rottner.

Er betonte am Donnerstag auf Twitter, dass eine Lieferung von rund zwei Millionen Masken aus China für seine Region in Grand Est angekommen sei. Die beschriebenen Vorgänge an den chinesischen Flughäfen seien aber gängige Praxis, schrieb Rottner. Die Region Grand Est grenzt an Deutschland.

In China gebe es «eine Schlammschlacht auf allen Ebenen», sagte der Präsident des Exekutivrats der französischen Mittelmeerinsel Korsika, Gilles Simeoni, der Nachrichtenplattform «Franceinfo». Er warf der chinesischen Regierung vor, Bestellungen wegen Anfragen anderer Staaten zu konfiszieren. Auch seine Region habe Masken bestellt, er hoffe, dass ein erster Teil der Lieferung in dieser Woche ankomme.

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Peter Fässler 03.04.20 22:40
Jetzt streiten sie sich um .......
....... Masken, wie geil ist das denn? Man müsste meinen, dass solche Masken problemlos in Zentraleuropa hergestellt werden könnten, wenn auch allenfalls ein bisschen teurer. Dafür würde die Ware effektiv dem entsprechen, was bestellt wurde - das Geld würde in Europa einigen Betrieben ein bisschen Bargeld in die Kasse spülen und wäre logistisch auch einfacher.

Toll, zuerst kommen die Viren aus China und jetzt die Schutzmasken dazu - besser als jeder Witz!
Rüdiger 03.04.20 19:46
Freie Marktwirtschaft versteht sich anders!
Ingo Kerp 03.04.20 17:58
So etwas nennt sich freie Marktwirtschaft. Verstehen die Chinesen inzwischen auch was von.