Frankreich streitet erneut über Burkinis

Grenoble plant Erlaubnis

Der Bürgermeister der Grünen von Grenoble, Eric Piolle (L), in Paris. Archivfoto: epa/Christophe Petit Tesson
Der Bürgermeister der Grünen von Grenoble, Eric Piolle (L), in Paris. Archivfoto: epa/Christophe Petit Tesson

GRENOBLE: Die französische Großstadt Grenoble hat am Montag muslimische Ganzkörperbadeanzüge, sogenannte Burkinis, in öffentlichen Schwimmbädern zugelassen. Nach dreieinhalbstündiger kontroverser Debatte stimmte eine knappe Mehrheit der Stadtverordneten für eine entsprechende Änderung der Schwimmbadordnung. Mit den Plänen hatte der grüne Bürgermeister der Stadt, Éric Piolle, eine landesweite Burkini-Debatte losgetreten. Kritiker sprachen von einer schleichenden Islamisierung, während Piolle Frauen die Entscheidung selbst überlassen will, im Wasser so viel oder wenig zu tragen, wie ihnen passt. Oben ohne ist künftig ebenfalls erlaubt.

Präfekt Laurent Prévost hatte bereits am Sonntagabend gerichtliche Schritte angekündigt, sollte es grünes Licht für das Tragen von Burkinis in öffentlichen Bädern in Grenoble geben. Gemäß der Anweisungen, die er von Innenminister Gérald Darmanin erhalten habe, werde er vor das Verwaltungsgericht ziehen, um eine Aussetzung der Regelung zu erwirken.

Um Burkinis gab es bereits im Sommer 2016 einen heftigen Streit in Frankreich, örtlich auch Verbote. Der Staatsrat erklärte schließlich ein kommunales Burkini-Verbot, wie es an der Côte d'Azur erlassen worden war, für rechtswidrig. Um Burkinis weiterhin von Stränden und aus Bädern zu verbannen, bedienten Kommunen sich danach Begründungen der Hygiene und der Sicherheit.

Frankreich versteht sich als laizistisches Land, in dem eine strikte Trennung von Staat und Religion herrscht. Der Umgang mit religiösen Symbolen in der Öffentlichkeit sorgt immer wieder für Kontroversen, vor allem im Zusammenhang mit dem Islam.

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