Frankfurt und Werder ärgern sich über Gegentore

Werder Bremen - Eintracht Frankfurt, 4. Spieltag, wohninvest Weserstadion. Frankfurts Torschütze zum 0:1 Mario Götze (M) jubelt mit Kristijan Jakic (r) und Daichi Kamada über sein Tor. Foto: Carmen Jaspersen/dpa
Werder Bremen - Eintracht Frankfurt, 4. Spieltag, wohninvest Weserstadion. Frankfurts Torschütze zum 0:1 Mario Götze (M) jubelt mit Kristijan Jakic (r) und Daichi Kamada über sein Tor. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

BREMEN: Mario Götze sorgt mit seinem ersten Saison-Tor für die frühe Führung der Frankfurter bei Werder Bremen. Die Hanseaten drehen zunächst die Partie. Doch die Hessen kontern wieder und feiern den ersten Sieg in der Bundesliga-Saison. Beide Teams ärgern sich über die Gegentore.

Werder-Wahnsinn diesmal ohne Happy-End: In einem Tor-Spektakel hat Eintracht Frankfurt den Bremer Schlussspurt-Helden der vergangenen Wochen die Grenzen aufgezeigt. Mit dem verdienten 4:3 (3:2) zum Abschluss des vierten Spieltages in der Fußball-Bundesliga feierte der Europa-League-Gewinner und Champions-League-Teilnehmer seinen ersten Saisonsieg.

«Es war turbulent. Es ging hin und her», sagte Eintracht-Torwart Kevin Trapp am Sonntag im Streamingdienst DAZN. Das einzige, was ihn störte: «Wir kriegen zu viele Gegentore.» Die gleiche Klage über zu viele Gegentreffer führte auch Werder-Kapitän Marco Friedl bei seiner Mannschaft an. «Wir machen viel zu viele Fehler. Egal, wer es jetzt ist. Ich denke, wir müssen das abstellen», sagte der Innenverteidiger. «Wenn man immer drei Tore erzielen muss, dann reicht es irgendwann nicht.» Sein Fazit: «Die Niederlage war verdient.»

Den Torreigen hatte Liga-Rückkehrer und WM-Held Mario Götze eröffnet, als er aus 18 Metern in der zweiten Minute traf (Trapp: «Endlich hat Mario mal geschossen.»). Für Götze war es der erste Pflichtspieltreffer für seinen neuen Verein. «Das war sehr schön. Ich glaube, das war ein wichtiges Tor für uns», meinte Götze. Werder ließ sich aber nur kurz schocken und drehte vorübergehend das Spiel durch die Treffer von Anthony Jung (14.) und Leonardo Bittencourt (17.).

Noch vor der Pause besorgten Randal Kolo Muani (32.) und Jesper Lindström (39.) die erneute Wende. Nach Anpfiff der zweiten Hälfte erzielte Djibril Sow (48.) mit einem wunderschönen Schuss den vierten Frankfurter Treffer. Niclas Füllkrugs verwandelter Foulelfmeter in der zweiten Minute der Nachspielzeit reicht diesmal nicht mehr für die Bremer.

«Das ist das Werder von früher. Spektakel», sagte Füllkrug. «Heute leider mit dem schlechteren Ende für uns gegen eine individuell starke Mannschaft.» Es sei schwer zu gewinnen, «wenn du vier Tore zu Hause kriegst. Entsprechend müssen wir das abstellen».

Werder war mit dem Rückenwind des spektakulären Sieges in Dortmund gestartet, als die Bremer in den letzten sechs Minuten noch aus einem 0:2 ein 3:2 geschafft hatten. Doch schon früh setzte Götze den Stimmungsdämpfer. Anschließend entwickelte sich ein munteres Spiel beider Teams. Die Bremer wurden immer besser: Jung bekam einen missglückten Klärungsversuch vor die Füße und stellte mit einer Direktabnahme auf Remis. Kurz darauf köpfte Bittencourt, der einige Minuten verletzt ausgewechselt wurde, die Werder-Führung.

Die Frankfurter wirkten insgesamt reifer, dazu kamen immer wieder die Unsicherheiten in der Bremer Deckung. Den Hessen gelang noch vor der Pause die Wende und kurz nach dem Wiederanpfiff das letztlich entscheidende vierte Tor durch Sow.

Nach 64 Minuten brachte Werder-Trainer mit Lee Buchanan und Niklas Schmidt - und etwa zehn Minuten später Oliver Burke - die drei späten Torschützen aus dem Dortmund-Spiel. Doch Werder, das zwar noch einige Chancen bekam, fand im zweiten Durchgang nur schwer in den Spielrhythmus zurück. Die aufkeimende Hoffnung der Gastgeber auf ein erneutes Werder-Wunder nach Füllkrugs verwandeltem Elfmeter erfüllte sich nicht mehr.

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