Schnee und Eis legen Bayern lahm

Ein ICE steht nach starkem Schneefall am Hauptbahnhof. Schnee und Eis haben im Süden Bayerns auf den Straßen und bei der Bahn für Chaos gesorgt. Foto: Matthias Schrader/Ap/dpa
Ein ICE steht nach starkem Schneefall am Hauptbahnhof. Schnee und Eis haben im Süden Bayerns auf den Straßen und bei der Bahn für Chaos gesorgt. Foto: Matthias Schrader/Ap/dpa

MÜNCHEN: Das erste Schneechaos in diesem Winter hat den Süden Deutschlands im Griff. An Flughäfen geht nichts mehr, die Polizei meldet zahlreiche Glätte-Unfälle. Auch Tausende Fußball-Fans sind betroffen. «Bleiben Sie möglichst zu Hause!» lautet der eindringliche Rat.

Heftige Schneefälle haben in Süddeutschland Chaos im Verkehr, Absagen von Veranstaltungen und viele Unfälle veruracht. In Teilen Bayerns kam es zu Stromausfällen. Am Münchner und am Allgäuer Flughafen in Memmingen wurde der Flugbetrieb am Samstag vorübergehend eingestellt. Das Bundesliga-Heimspiel des FC Bayern München gegen den 1. FC Union Berlin wurde abgesagt. Bahnstrecken rund um München waren gesperrt, zahlreiche Fahrgäste mussten in Zügen übernachten. Schnee und Glatteis führten zu Unfällen und langen Staus auf den Autobahnen. Auch in anderen Bundesländern bekamen die Menschen die Folgen zu spüren, allerdings weit weniger heftig.

«In einigen Landkreisen Südbayerns stoßen die Einsatzkräfte trotz Schneeketten und Allradantrieb an ihre Grenzen - ohne Unterstützung der Bergwacht ist teilweise kein Durchkommen mehr», teilte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) am Samstag mit. Man schließe sich dem Aufruf des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd an: «Bleiben Sie möglichst zu Hause!» Das Unfallrisiko sei immens erhöht.

BRK und Technisches Hilfswerk (THW) halfen seit der Nacht bei der Evakuierung von Zügen und betreuten Insassen liegengebliebener Fahrzeuge. Zudem wurden Schneemassen von Dächern geschaufelt und verunglückte Autos oder Lastwagen von Straßen geräumt.

Und so verlockend der Winterwald mancherorts vielleicht schien: Vom Betreten wurde dringend abgeraten. «Viele Bäume können im Moment der hohen Last des nassen Schnees in den Kronen nicht mehr standhalten und können ohne Vorwarnung umkippen oder zusammenbrechen», warnte Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU).

Tausende Haushalte ohne Strom

Im Netzbereich von Bayernwerk waren etliche Haushalte ohne Strom, wie ein Sprecher sagte. Zu den Schwerpunkten zählte demnach der Raum um München. Bäume seien auf Leitungen gestürzt, teils seien Leitungen allein durch die Schneelast beschädigt oder gerissen. Am Samstagnachmittag hieß es, die Serviceteams seien unentwegt unterwegs, es seien aber nach wie vor viele Tausend Haushalte betroffen. Zudem kämen laufend neue Störungen dazu.

Bahnverkehr schwer beeinträchtigt

Beim Bahnverkehr in Süddeutschland kam es verbreitet zu Ausfällen und Verspätungen. Unter anderem seien Oberleitungen vereist, sagte eine Bahn-Sprecherin. Der Münchner Hauptbahnhof war am Samstag nicht anfahrbar. «Wie es die nächsten Tage aussieht, können wir noch nicht sagen», sagte eine Bahn-Sprecherin. Es wurde bis zum Montag mit schweren Beeinträchtigungen gerechnet.

Unter anderem am Ulmer Hauptbahnhof wurde ein ICE zum Übernachtungs-Zug umfunktioniert. Die Bahn teilte mit: «Alle Fahrgäste, die ihre am 2. und 3. Dezember in Süddeutschland geplante Reise aufgrund des Wintereinbruchs in Süddeutschland verschieben möchten, können ihr Ticket zu einem späteren Zeitpunkt nutzen.» Außerdem richtete die Bahn unter 08000.996633 eine Hotline ein, an die sich Betroffene wenden können, wenn sie Fragen haben.

Keine Flüge mehr

Der Flugbetrieb am Münchner Flughafen sollte wegen der Witterungsbedingungen bis Sonntag 6.00 Uhr stillgelegt bleiben. Passagiere wurden gebeten, gar nicht erst anzureisen. Vor Abflügen am Sonntag sollten sich Fluggäste bei ihrer Airline über den Status ihres Fluges informieren, empfahl ein Sprecher. Der Allgäu Airport in Memmingen stellte am Samstag ebenfalls zeitweise den Flugbetrieb ein.

Ein Sprecher der Lufthansa verwies darauf, dass sich die Sperrung des Flugverkehrs in München auf andere Flughäfen auswirke. Auch in anderen europäischen Ländern kam es zu witterungsbedingten Beeinträchtigungen im Luftverkehr.

Staus und Unfälle

Vor allem auf Straßen im südlichen Bayern gab es zahlreiche Unfälle. Bei den meisten blieb es laut Polizei bei Sachschäden. Zudem gab es lange Staus auf Autobahnen. Auf der A8 in Richtung Salzburg erstrecke sich nahe München ein Stau bereits auf 30 Kilometer, sagte eine Sprecherin des ADAC.

Auch in weiten Teilen Baden-Württembergs verursachten Schnee und Glätte Probleme auf den Straßen. Ein 54 Jahre alter Autofahrer starb bei einem Unfall auf schneeglatter Straße in Emmingen-Liptingen.

Stopp für Fußball und Weihnachtsmärkte

Wegen Sicherheitsrisiken und der Verkehrssituation wurde das für den Nachmittag geplante Heimspiel des FC Bayern München gegen den 1. FC Union Berlin abgesagt. Auch die für den Sonntag angesetzten traditionellen Weihnachtsbesuche des FC Bayern bei den Fanclubs wurden gestrichen. «Es ist unglaublich schneereich, so was habe ich selten gesehen», sagte Spieler Thomas Müller in einer Video-Botschaft. Die Fanclub-Besuche sollen im Januar 2024 im Rahmen eines Neujahrsempfangs nachgeholt werden.

Auch auf einen Marktbummel mit Glühwein musste vielerorts verzichtet werden: Etliche Weihnachtsmärkte in Bayern blieben am Samstag geschlossen. Dazu zählte der Markt im Innenhof der Residenz in München, wo Dachlawinen nach Angaben der Schlösserverwaltung Hütten beschädigt hatten. Auch das Tollwood-Winterfestival in der Landeshauptstadt öffnete nicht.

Zu blieben auch Zoos wie der Tiergarten Straubing und der Zoo Augsburg. Nach städtischen Angaben bestand Schneebruchgefahr in den Anlagen. In den beiden Städten wurde vorübergehend auch der öffentliche Nahverkehr eingestellt. Der Tierpark Hellabrunn in München war am Samstag ebenfalls geschlossen.

40 Zentimeter Schnee im Allgäu und 5 in Hamburg

Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge wurden im Allgäu mit 30 bis 40 Zentimetern bis Samstagnachmittag die höchsten Neuschneemengen erwartet. Hamburg meldete 5 Zentimeter Neuschnee. Auch in anderen Bundesländern gab es Schnee und Frost. In der Nacht zu Sonntag seien etwas weniger Flocken zu erwarten, sagte der DWD-Meteorologe Robert Hausen. Vor allem in Schleswig-Holstein und im südwestlichen Bergland müsse mit strengem Frost mit Tiefstwerten zwischen minus 10 und minus 15 Grad gerechnet werden, hieß es.

Überzeugen Sie sich von unserem Online-Abo:
Die Druckausgabe als voll farbiges PDF-Magazin weltweit herunterladen, alle Artikel vollständig lesen, im Archiv stöbern und tagesaktuelle Nachrichten per E-Mail erhalten.
Pflichtfelder
Ole Bayern 03.12.23 21:27
@Ling Uaan....
.... ja die Evakuierung von Teilen der Niederlande wird sogar steuerlich gefördert. Bei uns im Nachbarort hat ein Holländer ein kleines , ursprünglich altes zerfallenes Haus gekauft.
Dies hat er dann peu a peu renoviert in den letzten Jahren . Er sagte mir , er kommt aus der Nähe von Rotterdam genau gesagt aus Alblasserdam , und sein Ort liegt auf minus 2 m NN .
Die Gemeinde erlebte hatte in den Fünfzigern eine schreckliche Flut , wo auch leute aus seiner Familie seinerzeit umkamen. Wenn Niederländer nun ein Haus kaufen z.B. in Deutschland , wird dies steuerlich gefördert , so daß im Fall der Fälle die Evakuierung dieser Familie selbstständig erfolgen kann.
Ich finde dies eine gute und weise Politik .

VG Ole
Ling Uaan 03.12.23 21:00
Khun Ole Bayern, weitestgehend Zustimmung
Die Klimaerwärmung muss man nicht glauben, die Zahlen, die Statistiken sprechen doch eine eindeutige Sprache, es wird wärmer. Wie vom Club of Rom vorhergesagt. Und es wird immer Leute geben die nur die Statistiken, Zahlenreihen akzeptieren die ihnen in den Kram passen.

Die Gletscher in den Alpen schmelzen. Punkt. Und auch sonst auf der Erde, inklusive Grönland und Antarktis. Wenn Grönland komplett abschmilzt, wird der Weltmeeresspiegel um 6 Meter steigen und wenn die Antarktis komplett abschmilzt um weiter ca. 60 Meter. In Summe dann also so um die 66 Meter, halte ich jetzt zwar für unwahrscheinlich, aber so um die 10% davon bis 2100 halte ich für durchaus plausible.

Das wären dann 6 bis 7 Meter höherer Weltmeeresspiegel und das hält kein Deich, auch kein holländischer Deich, selbst wenn es nur 3 Meter werden sollten nicht. Und wie schnell sowas dann gehen kann haben wir ja in New Orleans gesehen bei Hurrikan Katharina oder der schweren Nordseesturmflut in Holland in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 1953 als 1.836 Menschen ums Leben kamen.

Die Holländer wissen das und bereiten sich schon auf diese Katastrophe vor. Unter dem Codenamen „New Horizon“ wird jährlich die Evakuierung Hollands geprobt, mit dem Wohnmobil und Kind und Kegel nach Bayern und Tyrol. 55555

Und das die Klimaerwärmung nicht an jedem Wetterphänomen schuldig ist, ist auch klar.
Ole Bayern 03.12.23 16:20
Zum Thema ...
.... jeder kann ja glauben was er will.
Und das vor sehr langer Zeit es auch schon mal große und kleine Eiszeiten gab, ja das ist auch mir bekannt. Aber ich bin der festen Überzeugung das die nunmehr immer schneller und stärker entstehenden Wetterkapriolen etwas damit zu tun haben müssen, mit der allgemeinen Erderwärmung, sorry !
Bedenkt man, daß bereits bei einem Grad globaler Erwärmung die Verdunstung bei Wasser um 7 - 8 % steigt, und somit der höhere Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre auch eine Folge der Temperaturerhöhung auf der Erde ist, durch den u.a. erhöhten CO2 - Eintrag und in der Atmosphäre.
Und dieses Wasser wird nach Kondensation wieder auf die Erde fallen, sei es nun als Wasser oder im unserem Fall aus Schnee in gewaltigen größeren Mengen, als in der Vergangenheit.
Ich weiß dies ist ein kontroverses und sicherlich auch hier nicht final zu klärendes Thema.
Ich bin auch kein Wissenschaftler oder Klimaexperte, und schon gar nicht Moses welcher alles weiß, aber meine Gedanken hierzu decken sich mit einer Vielzahl von Publikationen von ausgewiesenen Experten, und deshalb ist es zumindest für mich, eine belastbare und nachgewiesene Tatsache mit dem Klimawandel und den damit einhergehenden Wetterkapriolen, welche in Zukunft aller Wahrscheinlichkeit noch viel stärker treffen werden.
Ich keine einen MA der MüRü recht gut, diese Experten spielen die Szenarien bereits durch, und die Folgen hieraus für die Versicherungswirtschaft, und dies sind keine " Blödmänner "

Ole
Hans-Dieter Volkmann 03.12.23 15:20
Ole Bayern 03.12.23 04:50
Sie sprachen von ihrer Nachbarin, welche noch nie so viel Schnee sah. Ich kann alle beruhigen. Aus meiner Jahrzehnte langen Erfahrung weiß ich, dass im Laufe des Dezember, immer mal mehr oder weniger Schnee gab. Aber dann zu Weihnachten, in mehr als 90 % aller Jahre, war alles wieder weg, zumindest im Raum Ffm. Mit dem Klimawandel kann sich das aber auch ändern. Warten wir`s mal ab.
Ingo Kerp 03.12.23 14:50
Im Winter schneit es halt. So ist nun mal der Winter und viele Menschen in fortgeschrittenem Alter werden sich erinnern, das in der Kindheit im Dezember Schnee lag zu Weihnachten. Klimawandel hin oder her, vor ca. 115.000 Jahren, als die letzte Eiszeit begann lebten ebenfalls Menschen, die koennen aber für das damalige Klima nicht verantwortlich gemacht werden, wie man es heute macht.
Hartmut Wirth 03.12.23 13:40
Schnee
Und da sind sie wieder: die Klimapropheten!
Kein Schnee ==> Klimakrise
Viel Schnee ==> Klimakrise
Kein Regen ==> Klimakrise
Viel Regen ==> Klimakrise
Kein Sonnenschein ==> Klimakrise
Viel Sonnenschein ==> Klimakrise

An allem ist die Klimakrise schuld!!

Ist nur seltsam: ich kenne heiße und trockene Sommer, aber auch verregneten Sommer (gibt ja sogar ein schönes Lied von Rudi Carell).
Auch sind mir Lange und strenge Winter mit Kälte und Schnee, viel Schnee bekannt.

Und vor über 50 Jahren haben wir in der Schule gelernt, dass eine Eiszeit zu Ende geht und die Temperaturen steigen.

Ganz schlimm: in den Alpen (Schweiz) taut ein 2000 Jahre alter Gletscher ab. Wow, dann war da vor keiner?? Jaja, als Hannibal mit Elefanten und seinen Soldaten die Alpen überwuerte, muss es ja sehr viel wärmer als heute gewesen sein.

Seriöse Wissenschaftler haben bereits erklärt, dass es bei der natürlichen Klimaänderung (und das ist nicht die 1. oder letzte Klimaänderung auf der Welt) immer Kälteperioden und Hitzeperioden gibt. (Ist auch aus der zurückliegenden Geschichte bekannt).

Nur: mit der von Al Gore losgetreten Klimahysterie lässt sich viel, sehr viel Geld verdienen. Ändern, das kann das Menschlein Gottseidank, das Klima nicht.

Aber was er kann, das ist, die sinnlose Umweltverschmutzung zu verhindern. Aber auch da gibt's aufgrund Geldverdienende wenigt Interesse von Seiten der Politik. Denn da kann man ansetzen. An dem Anderen nicht!
Ling Uaan 03.12.23 12:00
Schnee – endlich wieder mal ordentlich viel Schnee
Als ich noch ein Kind war hatten wir mehr Schnee in Niederbayern und das jedes Jahr und der blieb nicht nur ein paar Tage liegen bevor er taute, sondern Monate. Das waren noch Zeiten!

Schnee gut, rodel gut – juhe juhe
Ole Bayern 03.12.23 04:50
Ich erwarte nun hierzu die qualifizierte...
.... Stellungnahme aus Hua Hin. Dies hat natürlich nichts mit der Klimaveränderung zu tun , richtig ?
Was sagt der Prof. XXXX oder der Dr. XXXX denn dazu ? Wen können wir denn nun hierzu hören im Net aus dem Fach - QD -Milieu ?
" Es ist davon auszugehen ",daß dies der Normalfall ist , sagt Frau Dr. Weidel o.ä. Typen, auch richtig , oder ?
Aber nun mal Spaß und Anachronismus beiseite ..... dies sind u.a. die Folgen der Erderwärmung .
Es verdunstet extrem viel mehr Wasser in den Ozeanen, welches nun auch mal wieder runterfallen muß aus dem Himmel.
Und bei ungünstiger Wetterlage wie derzeit im nördlichen Alpenstau, kann man die Folgen sehen.
Heute habe ich mit meiner 20 jährigen Nachbarin gesprochen, sie sagte sie habe noch nie soviel Schnee gesehen .... und dies im bayerischen Oberland.
Die stärksten Schneefälle seit 2006, und es ist erst Anfang Dezember !!!!
Mein MA hatte heute ca, 4 Stunden mit dem Radlader zu tun , einigermaßen den Bauhof und den Hof wieder befahrbar zu machen . Sicher hat er 1000 m³ Schnee räumen müssen , ein riesen Berg Schnee liegt nun auf der Wiese angehäuft , einfach irre !
Aber die Kinder im Ort haben den Berg schon in Beschlag genommen , so hat auch alles etwas Positives!

Ihr habt' s da in Thailand einfacher , aber ich gönne es euch , liebe Expats im gelobten Land.

VG Ole ..... muß nochmal raus ... Schnee räumen :-)))))