Flugstreichungen wegen Warnstreiks von Sicherheitsleuten in Berlin

Foto: epa/Oliver Berg
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BERLIN (dpa) - Gerade sind die Winterferien in der Hauptstadt vorbei, schon gibt es Stress für Reisende auch an anderen Flugzielen: Sicherheitsleute an den Airports Tegel und Schönefeld sollen am Montagmorgen die Arbeit niederlegen. Der Warnstreik ist von Verdi als Warnsignal gemeint.

Flugreisende in Berlin und weiteren Städten müssen zum Start in die neue Woche mit Ausfällen und Verspätungen zurechtkommen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen an den Airports Tegel und Schönefeld zu einem Warnstreik von 5.00 bis 8.45 Uhr aufgerufen. Dieser soll nach Angaben vom Sonntag etwa 80 Verbindungen treffen und könnte zu starken Einschränkungen führen, wie es aus der Berliner Flughafengesellschaft hieß. Auf den Flugplänen standen knapp 60 Flüge in Tegel und gut 20 in Schönefeld.

Die Lufthansa kündigte an, dass ab Tegel acht Verbindungen ausfallen müssten - je vier nach Frankfurt und nach München. In Schönefeld haben auch Easyjet, Ryanair und Aeroflot Flüge annulliert.

Alle Passagiere sollten sich vor der Anreise bei ihrer Airline informieren, betonten die Flughafenbetreiber. Lufthansa-Vorstand Detlef Kayser kritisierte: «Es ist bedauerlich, dass das neue Jahr schon wieder mit Unregelmäßigkeiten für unsere Fluggäste beginnt.» Die 850 Passagiere der Kranich-Linie könnten ihre Tickets zur Fahrt mit der Bahn einsetzen. Kunden könnten sich unter lh.com über den Flugstatus erkundigen. «Passagiere, die ihre Daten online hinterlegt haben, werden aktiv informiert», erklärte die Lufthansa.

Hintergrund des Warnstreiks sind die bislang ergebnislosen Tarifverhandlungen zwischen dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) und Verdi für rund 23.000 Beschäftigte der Flugsicherheit. Die Gewerkschaft will einen Stundenlohn von bundesweit 20 Euro bei der Passagier-, Fracht-, Personal- und Warenkontrolle durchsetzen.

Zum Jahresende war die Friedenspflicht in dem Tarifkonflikt ausgelaufen. Verdi hatte schon vor Weihnachten angedroht, Mitarbeiter könnten außerhalb der Schulferien an «vielen deutschen Flughäfen» die Arbeit niederlegen. In der Vergangenheit haben Streiks der Gepäck- und Passagierkontrolleure regelmäßig den Flugbetrieb gestört.

Der Ausstand sei ein erstes Warnsignal an die Arbeitgeber, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, sagte ein Verdi-Sprecher. Am 23. Januar sollen die Gespräche fortgesetzt werden. Auf den beiden Airports der Hauptstadt sind laut Gewerkschaft rund 3.000 Beschäftigte bei privaten Sicherheitsfirmen angestellt, 2400 davon bei Securitas.

Nach der letzten Verhandlungsrunde im Dezember hatten sich beide Seiten jeweils eine Verzögerungstaktik vorgeworfen. Laut Verdi hatte der BDLS eine Entgelterhöhung von lediglich 1,8 auf 2,0 Prozent pro Jahr bei einer zweijährigen Vertragslaufzeit angeboten.

Die Lohnanpassung für ostdeutsche Bundesländer solle erst nach fünf Jahren beendet sein. Bislang erhalte ein Beschäftigter, der in Tegel oder Schönefeld in der Passagierkontrolle tätig ist, nach dem regionalen Tarifvertrag 17,12 Euro pro Stunde.

Weitere Arbeitskämpfe auch an anderen deutschen Flughäfen sind laut Verdi nicht ausgeschlossen. Die Ferienzeiten der einzelnen Bundesländer sollen dabei jedoch ausgeklammert werden.

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