Flughäfen planen riesige Expansion

Check-in-Bereich auf dem Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok. Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit
Check-in-Bereich auf dem Flughafen Suvarnabhumi in Bangkok. Foto: epa-efe/Rungroj Yongrit

BANGKOK: In Thailand sind umfassende Erweiterungen der beiden größten Flughäfen des Landes geplant, um der steigenden Nachfrage im Tourismussektor nach der Coronavirus-Pandemie gerecht zu werden.

Die Airports of Thailand (AOT) Public Company Limited kündigte Investitionen in Höhe von rund 4,8 Milliarden US-Dollar an, um die Passagierkapazitäten bis zum Ende dieses Jahrzehnts mehr als zu verdoppeln.

Im Fokus steht der Flughafen Suvarnabhumi in der Provinz Samut Prakan, der eine Großerweiterung seit seiner Eröffnung im Jahr 2006 erleben wird. Geplant sind zwei neue Start- und Landebahnen, ein neues Terminal sowie die Erweiterung des bestehenden Passagierterminals. Diese Maßnahmen sollen die jährliche Kapazität des Flughafens von derzeit etwa 60 Millionen auf 135 Millionen Reisende erhöhen. Die Kosten für dieses Großprojekt werden auf etwa 140 Milliarden Baht geschätzt, erläuterte Kerati Kijmanawat, Präsident der AOT, in einem Interview.

Parallel dazu wird am Flughafen Don Mueang in Bangkok, der vorrangig von Regional- und Billigfluggesellschaften genutzt wird, ebenfalls kräftig investiert. Ein neues internationales Terminal und die Renovierung des bestehenden Gebäudes sollen die Kapazität von derzeit 30 Millionen auf 50 Millionen Passagiere pro Jahr steigern. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 36 Milliarden Baht.

Die AOT, ein staatlich kontrolliertes Unternehmen, plant, die notwendigen Mittel größtenteils aus internen Einnahmen zu finanzieren und nur bei Bedarf Bankdarlehen in Anspruch zu nehmen. Diese finanzielle Stärke spiegelt sich auch in den erwarteten Nettogewinnen wider, die für das am 30. September endende Geschäftsjahr auf 21 Milliarden Baht prognostiziert werden – eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr.

Weiterhin strebt AOT an, sich an der Errichtung von zwei neuen Flughäfen zu beteiligen, die Premierminister Srettha Thavisin vorgeschlagen hat. Diese Projekte könnten jeweils 70 Milliarden Baht kosten und sind in Chiang Mai sowie in der Andamanen-Region in der Nähe von Phuket geplant, um den steigenden Touristenzahlen gerecht zu werden.

Premierminister Srettha, ein ehemaliger Immobilienmogul, hat das ambitionierte Ziel, Thailand zu einem regionalen Zentrum für Luftfahrt und Logistik zu entwickeln, indem er auf der Beliebtheit des Landes als Touristendestination aufbaut.

Er fördert zudem eine Initiative für ein Schengen-ähnliches Visum für sechs südostasiatische Länder, um die regionale Vernetzung und den Tourismus zu stärken. Die Herausforderung für AOT besteht darin, die Kapazitäten effizient zu steigern und den Komfort sowie die Zuverlässigkeit für die Millionen von Touristen zu verbessern, deren Ausgaben etwa 12 Prozent des thailändischen Bruttoinlandsprodukts ausmachen.

Mit geplanten Verbesserungen und dem Ausbau der Infrastruktur will AOT sicherstellen, dass die thailändischen Flughäfen im globalen Vergleich konkurrenzfähig bleiben und eine Schlüsselrolle in der regionalen Luftfahrt einnehmen.

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Paul Schön 16.05.24 05:31
Besser den U-Tapao Flughafen Ausbauen
Warum konzentriert man sich nicht mehr auf den Pattaya/Rayong Flughafen für den so favorisierten Wirtschaftsraum Ostküste und Verbindungen nach Europa.
Seppe Toneli 14.05.24 07:40
Wie war das jetzt nochmal …
… mit dem kürzlichen Gerede vom unerwünschten ‚Overtourism‘?
René Tischer 13.05.24 16:10
Ob sich der Tourismus hier in Thailand weiterhin so entwickeln wird wage ich zu bezweifeln. Von den früher so vielen traumhaften Stränden ist mittlerweile nicht mehr viel übrig und gerade dafür sind die meisten Touristen ja gekommen. Es erinnert mich irgendwie an den Bauboom auf Mallorca in den 70er Jahren und die Folgen sieht man dann ja. Aber trotzdem werden immer noch sehr viele Männer kommen, gerade nach Pattaya, Phuket... wegen der schönen Damen. Aber erstmal ist es nur viel Gerede, was dann umgesetzt wird, wird man dann später sehen.
Günter Jack 13.05.24 12:40
Man scheint davon überzeugt zu sein, dass der Massentourismus in seiner heutigen Form über Jahrzehnte ungebremst weiter wachsen wird.Ob diese Rechnung aufgeht, erscheint zumindest höchst zweifelhaft.
Ingo Kerp 13.05.24 12:40
Das sind mutige Investitionen in Milliarden-Hoehe, verbunden mit der Hoffnung. das es sich rechnet. Bisher waren die Flughäfenkapazitäten genügend und haben die Vor-Corona-Paxe gut abfertigen koennen. Es waren lt. staatl. Meldung 40 Mio. Touris / Jahr. Aber, kleckern ist nicht die staatl. Thai Mentalität, man klotzt gerne, so auch in diesem Fall.