Feuerwehren trainieren Waldbrandbekämpfung

Ein Feuerwehrmann gestikuliert vor einem brennenden Haus während eines Großbrandes in der Vorstadt Voula, südlich von Athen. Foto: epa/Yannis Kolesidis
Ein Feuerwehrmann gestikuliert vor einem brennenden Haus während eines Großbrandes in der Vorstadt Voula, südlich von Athen. Foto: epa/Yannis Kolesidis

ATHEN/STUTTGART: Unzugängliche Gelände, wenige Einsatzfahrzeuge, kaum Wasserquellen - die Waldbrandbekämpfung in Griechenland ist eine Herausforderung, von der deutsche Feuerwehrleute lernen können. Nicht zuletzt deshalb, weil auch in der Heimat die Zahl der Waldbrände zunimmt.

Rund 200 Feuerwehrleute aus sechs europäischen Ländern trainieren im waldbrandgeplagten Griechenland derzeit den Kampf gegen solch verheerende Feuer. Das 15-köpfige deutsche Team kommt aus Baden-Württemberg und hat bereits eine Woche Training hinter sich. «Sehr anstrengend, sehr interessant, sehr beeindruckend», bilanzierte Stefan Hermann, Kreisbrandmeister im Zollernalbkreis, am Wochenende gegenüber der dpa. Hintergrund ist ein EU-Pilotprogramm zur Waldbrandbekämpfung. Die Brände im vergangenen Sommer in Griechenland haben die EU in Alarmbereitschaft versetzt - zu Recht, denn auch jetzt brennen wieder viele Wälder in Südeuropa.

«Die Griechen arbeiten mit derselben Technik - sie haben die gleichen Pumpen, Schläuche und Schlauchkupplungen», erklärt Fachmann Hermann. Da hören die Gemeinsamkeiten dann jedoch schon auf: «Die Kollegen müssen mit weniger Fahrzeugen und kleineren Mannschaften klarkommen. Außerdem müssen sie versuchen, mehr Wasser zu sparen als wir in Deutschland.» In was für kleinen Teams die Griechen in abgelegene Gebiete vordrängten und dort auf sich allein gestellt seien, dass sei schon beeindruckend, sagte Hermann.

Die internationalen Kollegen kommunizieren auf Englisch, einer der Verbindungsoffiziere spricht auch deutsch. Ziel des Austauschs ist es, sich zu vernetzen, sich kennenzulernen und im Zweifel auch sofort einsatzbereit zu sein. «Das kann durchaus auf uns zukommen», sagt Stefan Hermann. Dann aber, so der Gedanke des EU-Projekts, wären die Kräfte schon vor Ort und der Kontakt hergestellt.

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl sieht darin angesichts des Klimawandels und seiner Folgen die Zukunft: «Ein gut aufgestellter, länderübergreifender Bevölkerungsschutz ist wichtiger denn je», sagt er. «Wir müssen uns austauschen, um höchstmögliche europäische Standards aufzubauen und zu setzen.» Programme wie das Training in Griechenland seien dabei ein wesentlicher Baustein.

In Griechenland ist man mehr als dankbar für die Hilfe. Nur mit vereinten internationalen Kräften gelang es vergangenes Jahr, die gewaltigen Brände im Land zu bekämpfen. Entsprechend sei die Zusammenarbeit «superkollegial», sagt Feuerwehrmann Hermann. Und sollte es mal mit der Kommunikation per Fremdsprache nicht klappen, berufen sich die Feuerwehrleute hier wie dort auf ihre Erfahrung und ihr Wissen: «Dann verlassen wir uns auf eingeübte Standards.»

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