Fall Red-Bull-Erbe: Acht Verdächtige angeklagt

Foto: The Nation
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BANGKOK: Das Büro des Generalstaatsanwalts (OAG) gab am Dienstag (27. Februar 2024) bekannt, dass acht Personen wegen ihrer angeblichen Unterstützung des Red-Bull-Erben Vorayuth „Boss“ Yoovidhya nach einem Fahrerfluchtunfall im Jahr 2012 angeklagt werden. Unter den Verdächtigen befinden sich ein ehemaliger Präsident des thailändischen Fußballverbands und ein früherer stellvertretender Generalstaatsanwalt.

Prayut Phetkhun, der Sprecher des OAG, informierte die Presse darüber, dass die Anklagen vor dem Zentralen Strafgericht für Korruptions- und Fehlverhaltensfälle erhoben werden. Die Verdächtigen, darunter ehemalige und aktive Polizeibeamte, Staatsanwälte, ein Politiker und ein Universitätsdozent, werden beschuldigt, ihre Befugnisse missbraucht zu haben, um Beweise zu manipulieren und Vorayuth zu helfen, einer Anklage wegen Fahrerflucht zu entkommen.

Zu den prominenten Angeklagten gehören Pol Gen Somyot Poompunmuang, ehemaliger Chef der Nationalen Polizei und 17. Präsident der Football Association of Thailand (FAT), sowie Pol Gen Thawatchai Mekprasertkul, ehemaliger Kommandeur der damaligen Abteilung für forensische Wissenschaft der Polizei. Auch der ehemalige Polizeibeamte Veeradol Taptim sowie der ehemalige stellvertretende Generalstaatsanwalt Netr Naksuk stehen unter Anklage.

Der Red-Bull-Erbe Vorayuth Yoovidhya, der 2012 betrunken und mit überhöhter Geschwindigkeit einen Polizisten überfuhr und danach ins Ausland floh, wurde von Kritikern als Symbol für die Straffreiheit der Reichen in Thailand betrachtet. Die acht Angeklagten sind Teil einer umfangreicheren Liste von 19 Personen, gegen die die Nationale Antikorruptionskommission (NACC) wegen Beihilfe zur Flucht ermittelt.

Die Anklagen umfassen Verstöße gegen das Strafgesetzbuch sowie gegen die NACC-Gesetze von 1999, 2011 und 2020. Prayut Phetkhun betonte, dass die Anklage auf Missbrauch von Autorität und Manipulation von Beweisen basiere, um Vorayuth zu begünstigen.

Veeradol Taptim wird zusätzlich beschuldigt, während seiner Zeit als Ermittler unehrlich gehandelt zu haben, um Vorayuth zu unterstützen. Netr Naksuk wird der Pflichtverletzung bezichtigt, Vorayuth bei der Flucht geholfen zu haben.

Der Fall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Frage der Straflosigkeit für privilegierte Mitglieder der Gesellschaft. Von den ursprünglich 15 Verdächtigen werden zwei als Staatszeugen eingesetzt, fünf wurden freigesprochen, und drei werden separat wegen Verstoßes gegen das Strafverfahrensgesetz vor Gericht gestellt. Die NACC empfiehlt die Entlassung des Polizei-Generalleutnants Permpoon Chidchob von seinem Amt.

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Leserkommentare

Vom 10. bis 21. April schließen wir über die Songkranfeiertage die Kommentarfunktion und wünschen allen Ihnen ein schönes Songkran-Festival.

Ludwig Haugg 29.02.24 12:04
It's showtime,folks !
Eine Show-Veranstaltung, die wie das Hornberger Schießen ausgehen wird
Thailand Fan 28.02.24 22:50
"Aus dem Amt entlassen" heißt ja nichts anderes, als dass der Betroffene auch nach zwölf Jahren immer noch im Amt ist. Erstaunlich! Ich denke man hat, was diesen Fall betrifft, ganz normal die üblichen "Geschäfte" getätigt und konnte nicht damit rechnen, noch zu Lebzeiten aufzufliegen. Wenn Thailand es (wie viele andere Nationen auch) mit der Korruptionsbekämpfung ernst meint, dann sollte man zunächst mal damit anfangen zu überprüfen, wie hohe Beamte und Politiker zu dem Besitz kommen, den die nachweislich mit ihrem Gehalt nicht erwerben und halten könnten.
leschim alex 28.02.24 17:00
Wenn ich davon lese .....
..... kann ich nur mit einem Zitat von Max Liebermann antworten :
"Ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen moechte !".
Ingo Kerp 28.02.24 12:30
Da werden doch sicherlich einige Vorwürfe und Anklagen, so wie beim wilden Rüpel-Fahrer inzwischen verjährt sein. Der Rest wird dann mit einem Umschlag ausgeglichen und schon stimmt wieder alles.
Andreas Hamm 28.02.24 10:10
Jaja, der Filz von Geld und Macht.......