Facebook-Mitarbeiter kritisieren Firma

Zuckerberg verteidigt Umgang mit Trump-Äußerungen vor Mitarbeitern

Foto: Pixabay/Gerd Altmann
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MENLO PARK: Facebook-Mitarbeiter kritisieren öffentlich die Entscheidung von Gründer Mark Zuckerberg, anders als Twitter nicht gegen eine umstrittene Äußerung von US-Präsident Donald Trump vorzugehen. «Mark liegt falsch - und ich werde so laut wie möglich versuchen, ihn umzustimmen», schrieb etwa Ryan Freitas, der für das Produktdesign bei Facebooks Newsfeed zuständig ist, am Montag bei Twitter. «Ich bin ein Facebook-Mitarbeiter, der überhaupt nicht mit der Entscheidung von Mark einverstanden ist, nichts gegen Trumps jüngste Beiträge zu unternehmen, die ganz klar Gewalt anheizen», erklärte Produktdesigner Jason Stirman.

Laut US-Medienberichten legten einige Facebook-Mitarbeiter am Montag auch aus Protest die Arbeit im Homeoffice nieder. Es bliebt allerdings unklar, wie viele Beschäftigte sich an der Aktion beteiligten. Eine Facebook-Sprecherin sagte der «New York Times», man ermutige die Mitarbeiter, sich offen zu äußern, wenn sie nicht mit der Firmenführung einer Meinung sind.

Bei der Kontroverse geht es um einen Tweet von Trump, der auch auf Trumps Facebook-Profil gespiegelt wurde. Darin reagierte der US-Präsident auf erste Ausschreitungen in Minneapolis nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt. Der Präsident schrieb, man werde die Kontrolle wiederherstellen, und fügte hinzu: «Wenn Plünderungen beginnen, wird geschossen» - «when the looting starts, the shooting starts». Der Satz ist ein historisch behaftetes Zitat. Mit diesen Worten hatte 1967 der damalige Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen gegen die schwarze Bevölkerung angekündigt.

Twitter versah Trumps Tweet mit einem Warnhinweis, weil er das Verbot von Gewaltverherrlichung auf der Plattform verletze. Zuckerberg erklärte dagegen, der Beitrag sei mit Facebooks Regeln vereinbar, auch wenn ihm persönlich solche «spaltende und aufwieglerische Rhetorik» widerstrebe. «Aber meine Verantwortung ist es, nicht nur persönlich zu reagieren, sondern als Chef einer Institution, die sich der Redefreiheit verschrieben hat.»

Zuckerberg verteidigt Umgang mit Trump-Äußerungen vor Mitarbeitern

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat vor Mitarbeitern seine Entscheidung verteidigt, anders als Twitter nicht gegen eine umstrittene Äußerung von US-Präsident Donald Trump vorzugehen. Der 36-Jährige stellte sich am Dienstag (Ortszeit) Fragen von Beschäftigten per Videokonferenz. Er habe dabei unter anderem erklärt, dass die Androhung von Gewalt durch Regierungen von den Facebook-Regeln gedeckt sei, berichtete die «New York Times» unter Berufung auf einen Mitschnitt der Unterhaltung.

Bei der Kontroverse geht es um einen Tweet von Trump, der auch auf dessen Facebook-Profil gespiegelt wurde. Darin reagierte der US-Präsident auf erste Ausschreitungen in Minneapolis nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt. Der Präsident schrieb, man werde die Kontrolle wiederherstellen, und fügte hinzu: «Wenn Plünderungen beginnen, wird geschossen» - «when the looting starts, the shooting starts». Der Satz ist ein historisch behaftetes Zitat. Mit diesen Worten hatte 1967 der damalige Polizeichef von Miami ein hartes Vorgehen gegen die schwarze Bevölkerung angekündigt.

Twitter versah Trumps Tweet mit einem Warnhinweis, weil er das Verbot von Gewaltverherrlichung auf der Plattform verletze. Zuckerberg erklärte dagegen bereits vergangene Woche, der Beitrag sei mit Facebooks Regeln vereinbar, auch wenn ihm persönlich solche «spaltende und aufwieglerische Rhetorik» widerstrebe. «Aber meine Verantwortung ist es, nicht nur persönlich zu reagieren, sondern als Chef einer Institution, die sich der Redefreiheit verschrieben hat», schrieb er in einem Facebook-Beitrag.

Dieser Argumentationslinie folgte er auch in der Videokonferenz mit den Mitarbeitern. Die Regeln, die Facebook bei dem Trump-Beitrag angewandt habe, sorgten auch dafür, dass das Video von Floyds Tod auf der Plattform bleibe, erklärte er der Technologiewebsite «The Verge» zufolge. In der Unterhaltung hätten viele Beschäftigte die Entscheidung zu den Trump-Äußerungen kritisiert, hieß es bei der «New York Times» und «The Verge». Eine der Fragen sei gewesen, warum so viele kluge Köpfe bei Facebook ein Auge zudrückten, um Trump nicht zu verärgern. Zuvor hatten mehrere Manager öffentlich erklärt, dass sie nicht mit dem Kurs einverstanden seien. Mindestens ein Programmierer kündigte aus Protest.

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Thomas Sylten 03.06.20 17:34
Dass weiße Polizisten schwarze Bürger töten, ist der Grund für die Revolten. Dass nun weiße Menschen den schwarzen erklären wollen, bis wohin ihre wütenden Reaktionen okay sind (solange es nämlich niemandem wehtut) entbert nicht einer gewissen Komik - ist jedenfalls zynisch und von derselben rassistischen Idee des "gefälligst ertragen-müssens" getragen.

Wer Gewalt derart konsequent säht, wie es ein unverantwortlich handelnder Teil rassistischer Polizisten, Politiker und Bürger tut, macht sich ob seiner heißen Krokodilstränen lächerlich. Ich würde es auch besser finden wenn man sich gewaltfrei auf nicht-rassistisches Handeln einigen könnte - aber das scheitert seit 200 Jahren nicht an den Demonstranten.
Thomas Knauer 03.06.20 15:58
Herr Bütler, sie kennen wohl ein Deutschland das mir, obwohl ich seit über 50 Jahren hier lebe, unbekannt ist.
Kein Mensch hat etwas dagegen wenn Plünderer und Brandschatzer festgenommen oder verfolgt werden. Wenn aber gegen friedliche Demonstranten mit Gummigeschossen und Tränengas vorgegangen wird um ein Werbefoto für den Präsidenten zu machen ist dies Machtmissbrauch und eine Schande.
Es muss die Verhältnismäßigkeit stets und bei jeder Maßnahme geprüft werden und der Weg wie es zu einer Entscheidung kommt nachvollziehbar dokumentiert und wenn möglich veröffentlicht werden.
In der USA sind die Wirtschaftskrise, der fehlende Sozialstaat, die Coronapandemie und der seit Jahrzehnten schwelende Rassismus und die Ungleichbehandlung verschiedener Ethnien zu einem gefährlichen Sprengstoff gemischt worden. Statt die Probleme anzugehen hält dieser Präsident das Feuerzeug an die Lunte.
Klar es ist schwer zu verkraften das die Weltmacht auf Rang zwei oder drei abrutscht und die Weißen zur Minderheit werden. So ist dies aber weder aufzuhalten noch zu moderieren. Da bin ich froh eine Frau Merkel in der Verantwortung als Bundeskanzlerin zu haben, Krise zu bewältigen das kann sie und zeigt es aktuell wieder.
Hansruedi Bütler 03.06.20 13:47
«when the looting starts, the shooting starts»
Wenn die für die Sicherheit der Bevölkerung eingesetzte Polizei zuschaut und keinerlei Anstalten dazu trifft, die Randaliererei, Plünderung, Brandschatzung und Totschlag zu stoppen, geschieht dasselbige wie in Deutschland! Auch dort dürfen die Bürger es genießen, wie die Polizei tatenlos zuschaut. Merkel sei es anscheinend recht! Welche geistigen Chaoten verurteilen und verhindern damit ein Vorgehen gegen Verbrecher, etwas anderes sind diese Leute ja nicht! Stellen sie sich mit dieser sympatischen Verherrlichung dieser Verbrechen, nicht auf die selbige Stufe? Wer handelt daneben? Der, der dies bekämpft - oder der (diese) welche das Randalieren, Brandschatzen, Totschlagen und Ausrauben von unbeteiligten Bürgern, gutheißen???
Mike Dingo 03.06.20 12:57
Er weiß warum er nicht einschreitet. Aufspaltung einer Firma heisst Machtverlust u in der nächsten Amtszeit wird es knüppeldick vom "DicPres" kommen. Mir graut es schon vor der Allmacht.
Hans-Gerd Englich 03.06.20 12:19
Facebook Mitarbeiterkritik an Zuckrberg
Zuckerberg fehlt das Rueckrat in mancherlei, es scheint Ihm vieles einerlei!