Expertin: Migration nach Europa wird ohne Investitionen weitergehen

Der neue Generaldirektor des Internationalen Zentrums für Migrationspolitikentwicklung (ICMPD), Michael Spindelegger, stellt bei der Antrittspressekonferenz in Wien seine Pläne für die internationale Organisation vor. Foto: epa/Hans Punz
Der neue Generaldirektor des Internationalen Zentrums für Migrationspolitikentwicklung (ICMPD), Michael Spindelegger, stellt bei der Antrittspressekonferenz in Wien seine Pläne für die internationale Organisation vor. Foto: epa/Hans Punz

WIEN: Für ein Eindämmen der Migration von Afrika nach Europa geht nach Überzeugung der Afrikanischen Union (AU) kein Weg an Investitionen, Wirtschaftshilfe und -förderung vorbei. Die allermeisten Migranten suchten ein besseres Leben, sagte die Kommissarin für soziale Angelegenheiten der AU, Amira El Fadil, am Dienstag in Wien. Es wäre also nur konsequent, wenn Europa dem Kontinent bei der Schaffung von Arbeitsplätzen helfen würde. «Es ist ein langer Weg, es ist keine schnelle Lösung», aber ein langfristiger Ansatz werde bessere Ergebnisse erzielen, meinte die Expertin.

Auf einer internationalen Konferenz der Migrations-Denkfabrik ICMPD wandte sie sich zugleich gegen die Idee von sogenannten Ausschiffungs-Zentren. Dort sollen auf See gerettete Flüchtlinge sicher untergebracht und nach ihrem Migrationsgrund in legale und illegale Zuwanderer unterschieden werden. «Man löst das Problem nicht dadurch, indem man Migranten dorthin überstellt», sagte El Fadil.

Sie machte darauf aufmerksam, dass 80 Prozent der Migration innerhalb Afrikas stattfinde, nur 20 Prozent der Auswanderer strebten nach Europa. Die innerafrikanische Migration werde aufgrund der immer engeren wirtschaftlichen Verflechtung der Staaten weiter zunehmen. Nicht nur China, sondern auch Europa sei zu Investitionen eingeladen. «Die Türen sind offen», sagte El Fadil. Vielfach müsse aber auch die Rechtssicherheit für Investitionen noch verbessert werden, räumte sie ein.

Die 1993 gegründete Denkfabrik ICMPD mit rund 460 Mitarbeitern unterstützt Regierungen bei der Suche nach tragfähigen Lösungen für die mit Migration verbundenen Herausforderungen. Das Zentrum hat 19 Mitgliedsstaaten. Der Afrikanischen Union gehören 55 Staaten an.

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