Experte: FPÖ hat in Österreich Chance auf langes Regieren erkannt

Foto: wikimedia/Www.mediaconsult.tv
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WIEN (dpa) - Die nach der Wahl vor einem Jahr in Österreich regierende rechtskonservative Koalition sitzt nach Ansicht des Politikwissenschaftlers Peter Filzmaier fest im Sattel, weil die rechte FPÖ ihre Rolle als Juniorpartner akzeptiert hat. «Der Unterschied zu den frühen 2000ern ist, dass die FPÖ akzeptiert hat, dass sie die Rolle des Zweiten innehat», sagte Filzmaier der Deutschen Presse-Agentur. Auch damals gab es in Österreich eine rechtskonservative Regierung. Doch die Rechten waren zerstritten, der vor genau zehn Jahren verstorbene Rechtspopulist Jörg Haider wollte nicht, dass sich seine Partei dem Regierungspartner unterordnet.

Filzmaier vergleicht die Situation mit der eines Formel-1-Teams: «Wenn beide Fahrer um den Sieg fahren wollen, landen sie nachher noch beide im Kiesbett.» Sowohl für das Formel-1-Team als auch für eine Regierung mache es Sinn, wenn die Rangordnung klar ist. Laut Filzmaier habe die FPÖ die Chance erkannt, so länger in der Regierungsverantwortung bleiben zu können. «Dafür sind sie bereit, diesen Preis zu zahlen.»

Die Koalition aus der konservativen ÖVP und der rechten FPÖ ist seit Dezember 2017 im Amt. Die ÖVP war bei der Wahl am 15. Oktober zur stärksten Kraft geworden. Die FPÖ ist zum dritten Mal in der österreichischen Nachkriegsgeschichte in einer Regierung vertreten.

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