Richard Gere wird 70

Ewiger Gentleman und Humanist

Richard Gere wird 70. Foto: epa/Angelo Carconi
Richard Gere wird 70. Foto: epa/Angelo Carconi

NEW YORK (dpa) - Er hätte es sich mit seinem Ruhm und seinem Geld gemütlich machen können, doch das passt nicht zu Richard Gere. Nicht genug, dass er für die Menschenrechte kämpft. Er hat sich auch um den Nachwuchs zu kümmern.

Er hat nicht mehr ganz den Schlafzimmerblick, der ihn berühmt machte. Doch wenn Richard Gere am Samstag (31. August) Geburtstag hat, sind es sowieso nicht mehr nur das verschmitzte Lächeln und die funkelnden Augen des ehemaligen «Sexiest Man Alive», an die seine Fans denken. Denn der Mann, der an der Seite von «Pretty Woman» Julia Roberts brillierte, hat sich mittlerweile auch einen Namen als großer Humanist gemacht. 70 Jahre wird der Golden Globe-Gewinner und Freund des Dalai Lama.

Vor einigen Monaten wurde Gere erneut Vater - Windeln wechseln und Babygeschrei also statt der gesetzten Geburtstagsfeier eines Mannes im Rentenalter? Gere macht dazu keine Angaben, eine Anfrage bei seinem Sprecher bleibt unbeantwortet. Kein Wunder, wenn es um sein Privatleben ging, war Gere stets eher zurückhaltend. Auch um den Namen seines neugeborenen Sohnes machten er und seine dritte Frau Alejandra ein Geheimnis.

Über seine Kindheit ist dagegen schon unzählige Male geschrieben wurden: Richard Tiffany Gere wurde 1949 in Philadelphia geboren. Er wuchs als Sohn eines Versicherungsvertreters und einer Hausfrau auf einer Farm auf. Der musikalische Junge galt als «der Introvertierte» unter den fünf Geschwistern. Richard studierte Philosophie, doch dann lockte das Theater.

In der Londoner Inszenierung des Musicals «Grease» kam er erstmals groß heraus. Eine Rolle als Homosexueller in einem deutschen Konzentrationslager in Martin Shermans Drama «Bent» brachte ihm den Vergleich mit dem jungen Marlon Brando ein.

Den Durchbruch zum Hollywoodstar schaffte Gere 1980 mit «Ein Mann für gewisse Stunden». «Ein Offizier und Gentleman» gab seiner Karriere weiter Antrieb. Nach etlichen Flops gewann er 1990 als bestechlicher Cop in «Internal Affairs» die Publikumsgunst zurück. Für «Pretty Woman» mit Julia Roberts entschied sich Gere anfangs nur des Geldes wegen, wie er in einem Interview zugab. Erst beim Drehen habe er Gefallen an der Geschichte gefunden.

Gere stand mit vielen großen Hollywood-Damen vor der Kamera. So wie mit Kim Basinger in «Eiskalte Leidenschaften» (1992) oder mit Jodie Foster in dem Südstaaten-Epos «Sommersby» (1993). «Zwielicht» («Primal Fear») zeigte ihn als Staranwalt, der die Verteidigung eines jungen Psychopathen zum Medienspektakel macht.

Als geschickter Strafverteidiger in dem Musical «Chicago» gewann er 2003 den Golden Globe für die beste männliche Darstellung. Einige Kritiker halten aber «Arbitrage» (2012) für die Bestleistung seiner langen und erfolgreichen Karriere, ein Thriller um Geld und Gier.

Gere war über 40, als er schließlich Cindy Crawford heiratete, Schauspielkollegin und Model. Nach der Scheidung vier Jahre später zog er mit dem ehemaligen James-Bond-Girl Carey Lowell zusammen. Das Paar, das einen gemeinsamen Sohn hat, ließ sich ebenfalls scheiden.

Im fortschreitenden Alter machte Gere mehr und mehr als Philanthrop auf sich aufmerksam. Ein Teil seiner Gagen fließt in die nach ihm benannte Stiftung, die humanitäre Projekte in aller Welt unterstützt. Mit «Survival International» kämpft der Filmstar für die Rechte indigener Völker.

Eine weitere Erfüllung fand der Superstar im Glauben. Gere wandte sich schon vor vielen Jahren dem Buddhismus zu. Ihn verbindet eine tiefe Freundschaft mit dem Dalai Lama. Bei dessen Vorträgen sitzt er manchmal neben ihm auf der Bühne. Und im Exil des religiösen Oberhaupts der Tibeter, dem indischen Dharamsala, hält sich Gere häufig zum Meditieren auf. Immer wieder setzte sich Gere für die Rechte des tibetischen Volkes ein und prangerte unter anderem bei der Oscar-Verleihung 1993 Chinas Politik in Tibet an. Seitdem ist er in Peking unerwünscht.

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