Eurokurs steigt über 1,12 US-Dollar

Eurokurs steigt über 1,12 US-Dollar

FRANKFURT/MAIN: Der anhaltende Optimismus an den Finanzmärkten hat den Kurs des Euro am Mittwoch deutlich über 1,12 US-Dollar gehievt. Die Gemeinschaftswährung wurde am Nachmittag mit 1,1226 Dollar gehandelt. In der Spitze stieg der Euro auf 1,1237 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte März. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1194 (Dienstag: 1,1174) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8933 (0,8949) Euro.

Die Gemeinschaftswährung profitiert bereits seit einigen Tagen von der Risikobereitschaft der Anleger, während im Gegenzug die in Krisenzeiten häufig gefragte Weltleitwährung Dollar gemieden wurde. Am Mittwoch untermauerten erfreuliche Konjunkturdaten die teils euphorische Stimmung an den Märkten. So hat sich die Stimmung der US-Dienstleister im Mai etwas stärker aufgehellt als gedacht.

Anleger blicken auch auf die Geldpolitik: Die EZB könnte ihre bereits extrem großzügige Geldpolitik in Reaktion auf die Corona-Krise noch weiter lockern. Dies erwarten viele Bankökonomen für die Sitzung des geldpolitischen Rats an diesem Mittwoch und am Donnerstag. Ihre Entscheidung gibt die EZB am Donnerstagnachmittag bekannt. Derweil ringt die große Koalition weiter um ein Corona-Konjunkturpaket, das auch den Märkten neue Impulse geben könnte.

Die Kursverluste des Dollar wurden aber nicht nur auf die freundliche Stimmung an den Finanzmärkten zurückgeführt. «Der Konflikt zwischen den USA und China sowie die anhaltenden Proteste in vielen Städten der USA fordern ihren Tribut», sagten die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen.

Mark Haefele, Chef-Anlagestratege der UBS-Sparte Global Wealth Management, hält derweil auf längere Sicht weitere Kursgewinne des Euro für möglich: «In einem Szenario, in dem das Corona-Virus nicht erneut deutlich auftritt und Fortschritte bei Behandlungen und Impfstoffen erzielt werden, erwarten wir, dass sich die Schwäche des Dollar fortsetzt.»

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89065 (0,89083) britische Pfund, 121,54 (120,83) japanische Yen und 1,0793 (1,0741) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1693 Dollar gehandelt. Das waren rund 35 Dollar weniger als am Vortag.

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