EU zieht Drohung eines Importverbots für Fisch zurück

Foto: epa/Aris Oikonomou
Foto: epa/Aris Oikonomou

BRÜSSEL (dpa) - Die EU-Kommission hat ihre Drohung eines Importverbots für Meeresfrüchte und Fisch aus Thailand zurückgezogen. Das südostasiatische Land sei wirkungsvoll gegen die illegale Fischerei vorgegangen und europäischen Forderungen nachgekommen, sagte Fischereikommissar Karmenu Vella am Dienstag in Brüssel.

Die Europäische Kommission hatte Thailand 2015 verwarnt, weil das Land aus Sicht der EU unerlaubten Fischfang nicht ausreichend eindämmte. Nach Kommissionsangaben werden jährlich weltweit zwischen 11 und 26 Millionen Tonnen Fisch illegal gefangen - mindestens 15 Prozent der gesamten Fangmenge. Die sogenannte Piratenfischerei trage wesentlich zur Überfischung der Meere bei.

Thailands Vizeministerpräsident Chatchai Sarikulya sagte, sein Land habe mittlerweile Rechtsvorschriften überarbeitet und die Fischereiflotte des Landes halbiert. Außerdem seien die Kontrollen der Fischkutter in den Häfen verbessert und ein System zur Fernüberwachung großer Fangschiffe eingeführt worden.

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Leserkommentare

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Rudolf Lippert 09.01.19 13:15
Gelbe Karte
"...Thailand ist der weltweit drittgrößte Exporteur von Fischen und Meeresfrüchten Diesen Status habe das Land nur durch illegale Überfischung und eingeschleuste Niedriglöhner aus Nachbarländern erreicht, kritisieren Menschenrechtsorganisationen..." Zitat euroactiv. TH ist bei der illegalen Überfischung der Meere ganz weit oben. Liest man Sätze wie "..Rechtsvorschriften überarbeitet..." "...Kontrollen der Fischkutter..." "...System zur Fernüberwachung..." klingt das zunächst ganz gut, die Frage ist nur ob das auch angewendet wird, immerhin bringt der Fischfang TH eine Mrd. EUR jedes Jahr. Es würde mich nicht wundern wenn man hier nach dem Motto "oben hui, unten pfui" verfahren würde. Hoffen wir das Beste für unsere planetare Umwelt und unsere planetaren Fischbestände. Ansonsten hilft nur die Rote Karte.