Überbrückungskredit für Condor

Foto: Twitter/@mhv220
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BRÜSSEL (dpa) - Durch die Pleite des britischen Mutterkonzerns Thomas Cook stand die Zukunft des deutschen Ferienfliegers Condor in den Sternen. Die EU-Kommission macht nun den Weg für einen überlebenswichtigen staatlichen Kredit frei.

Die EU-Kommission hat den staatlichen Überbrückungskredit für den deutschen Ferienflieger Condor genehmigt. Die vorgesehenen 380 Millionen Euro der Staatsbank KfW verzerrten den Wettbewerb in der EU nicht übermäßig, erklärte die Brüsseler Behörde am Montag. Für die deutsche Airline-Tochter des untergegangenen britischen Reisekonzerns Thomas Cook dürften damit die ärgsten Probleme erst einmal ausgeräumt sein.

Condor ist ein wichtiger Partner verschiedener Reiseveranstalter. Die bislang profitable Fluggesellschaft mit knapp 60 Flugzeugen und 4900 Beschäftigten will in einem sogenannten Schutzschirmverfahren den Winter überleben. Dabei soll verhindert werden, dass Geld an die britische Mutter abfließt. Mit dem nun genehmigten Kredit ist die Gesellschaft zunächst wieder flüssig.

Das Geld werden «im Interesse der Fluggäste zur ordnungsgemäßen Aufrechterhaltung der Flugdienste beitragen», erklärte die EU-Kommission weiter. Es sei an strenge Auflagen geknüpft. Die Summe werde in Raten ausbezahlt, Condor müsse seinen Liquiditätsbedarf wöchentlich nachweisen. Deutschland habe zudem zugesichert, dafür zu sorgen, dass Condor den Kredit entweder nach sechs Monaten vollständig zurückzahlt oder eine umfassende Umstrukturierung durchführt, um wieder rentabel zu werden.

Die britische Konzernmutter Thomas Cook wie auch die deutsche Veranstaltungstochter mit Reisemarken wie Neckermann, Öger oder Bucher hatten zuletzt Insolvenz angemeldet. Thomas Cook hatte seine Airlines schon im Februar zum Verkauf gestellt, letztlich aber keinen Deal abgeschlossen.

Die Condor-Führung ist derzeit auf der Suche nach Investoren. Bis Ende März muss Insidern zufolge eine Lösung stehen.

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Rene Amiguet 16.10.19 01:38
Immer wieder die dummen Steuerzahler
Ich finde es eine Frechheit das die Politiker einfach das Recht haben Steuergelder bereit zu stellen für Firmen die durch Misswirtschaft und unverschämte Selbsbedienung des Managements, vielleicht sogar auch Buchhaltungstechnisch pleite gegangen werden. Gibt es denn keine Möglichkeit solches zu verhindern und den Politikern die Kompetenz zu nehmen einfach in den Steuertopf zu greifen?
Roman Müller 15.10.19 13:14
Laut gedacht...
ein völlig falscher Ansatz. Es kann doch nicht angehen dass Firmen die wegen schlechtem Management pleite gehen einfach Kredite vom Staat bekommen die mit Sicherheit NIE zurück bezahlt werden. Um die Flieger zu füllen werden die Preise unterboten bis man nicht mehr kostendeckend arbeiten kann, geschweige Gewinne macht. Der Markt reguliert sich von alleine. Andere werden in die Bresche springen und ihre Flieger füllen können. Habe eben die Tage ein Angebot gelesen, D-BKK und zurück für 348 Euro. Ich denke da kann man nicht mehr kostendeckend fliegen was im Endeffekt Pleite bedeutet.