EU-Kammer besorgt über «Einkaufsliste» der USA für China

Foto: epa/Rolex Dela Pena
Foto: epa/Rolex Dela Pena

PEKING (dpa) - Die Europäische Handelskammer in China hat sich besorgt über mögliche Auswirkungen des Handelsdeals zwischen Washington und Peking geäußert.

Einerseits sei die Unterzeichnung an diesem Mittwoch im Weißen Haus eine gute Nachricht, doch lehnten die Europäer die «Einkaufsliste» der USA ab, nach der China jetzt Waren in den USA kaufen soll, sagte Kammerpräsident Jörg Wuttke am Mittwoch vor Journalisten in Peking. «Was wir natürlich nicht mögen, ist die Tatsache, dass es gelenkter Handel ist.»

Die USA sagten China jetzt, welche Produkte es in welcher Menge kaufen soll, was andere ausschließe, sagte Wuttke. Er bezog sich auf US-Angaben, wonach China zugesagt haben soll, über zwei Jahre für 200 Milliarden US-Dollar mehr Industriegüter, Agrarprodukte, Energie und Dienstleistungen zu importieren. Es gehe nicht mehr um den besten Preis oder den besten Anbieter, sagte Wuttke. «Dieser geführte Handel ist der Teil, der uns Sorgen macht.»

Details lägen noch nicht vor, aber es müsse geprüft werden, ob das Handelsabkommen mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) übereinstimme. Das Teilabkommen über die erste Phase in dem Handelskrieg verdeckt aus Wuttkes Sicht auch, was die Amerikaner ursprünglich anpacken wollten: Strukturelle Änderungen im chinesischen System, Staatsbetriebe oder auch Subventionen.

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Juergen Bongard 16.01.20 21:27
Das ist genau das ,
@Ingo Kemp , was durch den Vertrag verhindert werden soll. Wo ist die freie Marktwirtschaft mit Angebot und Nachfrage, wenn Trump den Chines gedroht hat, die Zoelle wieder und mehr anzuheben, wenn die zugesagte Menge Produkten von den Chines NICHT gekauft wird. Das nennt man u.a. auch Erpressung.
Ingo Kerp 16.01.20 13:25
Die freie Marktwirtschaft wird es regulieren. Wenn die von den USA vorgegebenen Artikel preislich übehoeht sind oder, evtl. von minderer Qualität als europ. Wettbewerbsprodukte, wird es sich schnell regeln, wo eingekauft wird. Egal was regierungsseits vereinbart wurde, der Handel muß mitziehen und weiterhin Gewinne generieren. Bricht der ein, wechselt man eben den Lieferanten.