„Es muss weitergehen!“

Pit-Bull-Staubi und -Frank trotzen drohendem Abriss mit neuem Standbein

Im kleinen Kreis wurde am dritten Oktober die Neueröffnung von „Pit Bull Food & Corner Bar“ im ehemaligen „Aldi“ an der Ecke der Naklua Road/ Soi 33 gefeiert. Fotos: Jahner
Im kleinen Kreis wurde am dritten Oktober die Neueröffnung von „Pit Bull Food & Corner Bar“ im ehemaligen „Aldi“ an der Ecke der Naklua Road/ Soi 33 gefeiert. Fotos: Jahner

PATTAYA: Während in vielen alteingesessenen Barbetrieben in Pattaya im Pandemie-Jahr die Lichter erloschen sind, expandieren Staubi und Frank von Pit Bull Entertainment und haben sich das Eckrestaurant am Beginn der Soi 33 unter den Nagel gerissen, nur wenige Meter vom alten Standort entfernt. Das wegen seines rustikalen Steintisch-Ambientes und dazugehöriger Klientel zuvor als „Aldi“ verpönte wie geschätzte Lokal wurde im Schatten der Corona-Krise beinahe unbemerkt komplett renoviert und trägt seit dem dritten Oktober den passenden Namen „Pit Bull Food & Corner Bar“.

Die Nachricht über die Neueröffnung sorgte in Zeiten von Bar-Schließungen für einen kräftigen Paukenschlag in Pattayas Bierbar-Szene und jede Menge gemischte Reaktionen. „Die von der Pit Bull Bar drehen ja völlig durch“ oder „Wie kann man jetzt nur einen neuen Laden aufmachen?“ und weiteres Steintisch-Palaver machten schnell die Runde. Doch wer Staubi und Frank kennt, die beiden Köpfe hinter dem Bar-Imperium, das in diesem Jahr sein 25. Jubiläum feiert, der weiß, dass die Expansion keine Schnapsidee, sondern eine wohlüberlegte Investition in die Zukunft war. Denn die Transformation der Stadt macht vor dem legendären Barcenter nicht Halt, weshalb die Zukunft des alten Standorts ungewiss ist.

Bereits vor drei Jahren teilte ihnen der Besitzer des Grundstücks mit, auf dem sich der Kneipenkomplex mit dem humanoiden Kampfhund im Logo befindet, dass der im April 2021 auslaufende Vertrag nicht verlängert wird, da das Stück Land neu bebaut werden soll. Inzwischen sieht die Situation jedoch etwas anders aus. Coronas Zorn traf potenzielle Großinvestoren genauso wie alle anderen Gewerbetreibenden in Pattaya und mischte die Karten neu, weshalb nun zumindest eine klitzekleine Chance besteht, dass die Abrissbirne hier erst später schwingen wird als zuvor geplant.

Investition in die Zukunft

Um für den drohenden Ernstfall einen Plan B in der Tasche zu haben, hatten Staubi und Frank bereits seit langem ein Auge auf das benachbarte Eckhaus geworfen, um das Fortbestehen des Pit-Bull-Imperiums zu sichern, wenn auch in deutlich komprimierter Form. Denn dass es weitergehen muss, dazu zwingt sie bereits ihre soziale Verantwortung gegenüber ihren Servicedamen, von denen ihnen einige seit über 15 Jahren treue Dienste erweisen, betonen die beiden Kneipiers. Nach langen und zähen Verhandlungen mit dem Landlord gelang es ihnen schließlich – begünstigt durch die Krise – die Eckeinheit in dem Gebäude zu einem akzeptablen Preis zu übernehmen.

Mit einem nur schmalen Budget wurde das ehemalige Restaurant umgebaut sowie mit einer Küche und Toiletten ausgestattet. Denn genauso wie alle anderen Barbetreiber leiden auch die beiden Pit-Bull-Köpfe unter den wirtschaftlich katastrophalen Auswirkungen der Pandemie. Da sie seit sechs Monaten ohne ausländische Touristen kaum Einnahmen erzielen können, ist in ihrem Barcenter auch nur eine von vier Bars geöffnet. Einzig und allein aus dem Grund, damit sie ihre Mädels weiterbeschäftigen können, erklärt Staubi.

Heimat des Pit Bull Burgers

In der „Pit Bull Food & Corner Bar“ feiert der berühmte „Pit Bull Burger“ (Hamburger, Cheeseburger, Crispy Chicken Burger, Pulled Pork BBQ Burger, Fish Burger und Veggie Burger) sein Comeback und auch Franks‘ stadtbekannte Currywurst und sein beliebtes Chili Con Carne sind zurück. Serviert werden außerdem Schnitzel (Wiener, Jäger, Zigeuner), Cordon Bleu, Brat- und Bockwurst, Gulasch, Spaghetti (Bolognese, Carbonara), Kartoffelecken sowie weitere Bistro-Snacks. Das Lokal ist mit einladenden Sitzmöglichkeiten ausgestattet, auf denen man es sich bequem machen kann, um mit einem gut geschüttelten Cocktail oder eiskalten Bier das Treiben auf der Naklua Road und Soi 33 zu verfolgen. Auch wenn es dort derzeit im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten noch recht ruhig zugeht.

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