Es herbstelt bereits etwas auf Regensberg

Die herrlichen Sommertage in Zürich gehen nun langsam zu Ende

Ein elektrisches Tuk-Tuk fährt an der alten Colonial Waren Firma Schwarzenbach vorbei. Fotos: hf
Ein elektrisches Tuk-Tuk fährt an der alten Colonial Waren Firma Schwarzenbach vorbei. Fotos: hf

Ich nutze meine Zeit in Zürich für touristische Unternehmungen. Ich war bereits im Zoo, am Sonnenberg, in Winterthur auf Stadtbesichtigung und gestern auf der Festung Regensberg.

So sieht der berühmte Fleischkäse aus.
So sieht der berühmte Fleischkäse aus.

Gestern sind die Temperaturen hier in Zürich erstmals so richtig abgesackt, nun herbstelt es bereits. Mit meinem Freund Lucas, der mich ganz regelmäßig in Thailand besucht, habe ich trotz des leichten Regens einen Ausflug nach Regensberg unternommen. Der Transport war über den hervorragenden öffentlichen Verkehr für wenig Geld möglich. Und dann haben wir auch noch eine kleine Wanderung unternommen. Die mittelalterliche Festung Regensberg, ganz oben auf einem schwer einzunehmenden Hügel gelegen, ist eine Wucht.

Turm und spektakulärer Sodbrunnen

Auf Regensberg war ich vor mehr als fünfzig Jahren als Kind zuletzt. Damals beeindruckte mich natürlich der besteigbare Turm besonders, mit fantastischer Aussicht auf die Umgebung. Doch der ist gegenwärtig geschlossen wegen Covid-19: Der Auf- und Abstieg ist eng, so dass die Distanzregeln gegenwärtig nicht eingehalten werden können.

Ein Sodbrunnen: 57 m tief gebuddelt.
Ein Sodbrunnen: 57 m tief gebuddelt.

Immer noch fantasieanregend ist der 57 Meter tiefe Sodbrunnen, der ab 1245 während mehrerer Jahre tief durch den Felsen gegraben wurde. Die unbehinderte Wasserversorgung ist bei einer Belagerung mindestens so wichtig wie Essensvorräte und Munition. Ein toller Ausflug war das gestern, trotz des Regens und unterkühlter Temperaturen.

Mein Aufenthalt in Zürich dauert nun bereits einen Monat und langsam zieht der Alltag ein. Ich bin immer noch begeis­tert davon, dass ich (zu den Geschäftszeiten) jederzeit den fantastischen Fleischkäse beim Metzgermeister Bär am Rennweg 50 kaufen kann. Diese Zürcher Spezialität wird nach dem Rezept des Ururgroßvaters Jacob Bär bereits in der fünften Generation an diesem Ort hergestellt und verkauft.

Ich vermisse Thailand nun doch ein wenig

Bald werden nun die Trauben geerntet.
Bald werden nun die Trauben geerntet.

Fantastische Begegnungen kann man im Zürcher Odeon, seit 43 Jahren meine Stammkneipe, manchmal machen. Tolle Gespräche kann ich hier – fast täglich – mit meinem langjährigen Freund – dem Psychiater Mario Gmür – führen. Ich sehe hier den bekannten Schauspieler Michael Gempart am Tisch nebenan beim Rollenstudium.

Und dann lerne ich im Odeon den Sohn der fantas­tischen Christiane Hörbiger kennen, Sascha Bigler, dessen Vater ein bekannter Journalist war, Rolf R. Bigler. Mit Sascha Bigler rede ich mindestens zwei Stunden und wir erinnern uns an Regiegrößen wie Hans Hollmann oder den Oskar-Preisträger Christoph Waltz, als dieser noch ein junger, unbekannter Schauspieler war. Übrigens war Sascha Bigler zum ersten Mal nach rund dreißig Jahren wieder einmal in Zürich, wegen einer Beerdigung.

Der Alltag zieht langsam ein, ich weiß nun wieder, wo der portionierte Kaffeerahm im Coop steht, nachdem ich zunächst eine Verkäuferin fragen musste: Bei den Eiern. Und langsam vermisse ich Thailand (und vielleicht bald die Wärme) nun doch ein bisschen.

Ich mache mich nun langsam auf Zimmersuche in Zürich, weil ein Datum für meine Rückkehr nach Thailand nicht absehbar ist und ich meinen Freunden, die mir großzügige Gastfreundschaft gewährt haben, nicht auf den Wecker gehen möchte.

Und ich produziere weiter Videoclips über die Wunder von Zürich und Umgebung. Bei dieser Arbeit wird es mir nie langweilig.


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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