Leichen aus Lastwagenanhänger nach Vietnam gebracht

Foto: epa/Luong Thai Linh
Foto: epa/Luong Thai Linh

LONDON/HANOI (dpa) - Die ersten 16 von 39 Leichen, die in einem Lastwagenanhänger in Großbritannien entdeckt wurden, sind nach Vietnam zurückgebracht worden. Die Toten - 31 Männer und acht Frauen - waren am 23. Oktober in dem Kühllaster in einem Ort in der Grafschaft Essex nahe London gefunden worden. Ein Schiff hatte den Container zuvor von Belgien nach England gebracht. Alle Opfer stammen aus Vietnam und wollten offenbar illegal nach Großbritannien einwandern.

Nach der Landung am Flughafen in Hanoi haben die örtlichen Behörden nach eigenen Angaben damit begonnen, die Leichname zu deren Angehörigen zu transportieren. Darunter befindet sich auch die Leiche einer 26-Jährigen, die sich sterbend aus dem Lastwagen an ihre Eltern in Vietnam gewandt hatte, wie ihr Vater am Mittwoch sagte. «Ich kann nicht atmen, ich werde sterben», hieß es in einer ihrer SMS-Nachrichten an ihre Mutter, die weltweit für Aufsehen sorgte.

Nach Angaben britischer Medien vom Mittwoch müssen die Familien der Toten für die Rückführung zahlen. Verschiedene Organisationen in Vietnam würden daher Spenden für die Angehörigen sammeln. Die weiteren Opfer sollen in den nächsten Tagen in ihre Heimat geflogen werden. Ein exaktes Datum dafür war aber noch nicht bekannt.

Nach dem schrecklichen Fund hatte es Festnahmen in Großbritannien, Irland und Vietnam gegeben. Bei einer Anhörung hatte der Fahrer Beihilfe zu illegaler Einwanderung gestanden. Der Nordire gab auch zu, dafür zwischen Mai 2018 und Oktober 2019 Geld kassiert zu haben. Der 25-Jährige muss sich unter anderem wegen Totschlags verantworten.

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