Erneut Warnstreik bei Lufthansa

Passagiere nicht betroffen

Ein Schalter der Lufthansa am Flughafen Köln/Bonn. Beim Lufthansa-Bodenpersonal kommt es zu einem dreitägigen Warnstreik. Foto: Sascha Thelen/dpa
Ein Schalter der Lufthansa am Flughafen Köln/Bonn. Beim Lufthansa-Bodenpersonal kommt es zu einem dreitägigen Warnstreik. Foto: Sascha Thelen/dpa

FRANKFURT/MAIN: Dritter Warnstreik im Tarifkonflikt beim Lufthansa-Bodenpersonal: Dieses Mal ruft Verdi die Technikmitarbeiter zum Ausstand auf. Passagiere können dennoch aufatmen - nicht so bei Lufthansa Cityline.

Die Lufthansa kommt nicht zur Ruhe. Am Mittwoch begann ein dreitägiger Warnstreik der Technik-Mitarbeiter. Passagierflüge waren nach Angaben von Lufthansa und der Gewerkschaft Verdi davon nicht betroffen. Zugleich drohen bei der Lufthansa-Tochter Cityline Streiks der Flugbegleiter. Die Gewerkschaft Ufo rief zur Urabstimmung auf.

Aufgrund des Warnstreiks des Technik-Personals seien am Mittwoch keine Flüge ausgefallen, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Am Donnerstag seien ebenfalls keine Ausfälle zu erwarten und auch für Freitag sei man optimistisch. Die Lufthansa empfahl Passagieren dennoch, stets den Status ihres Fluges auf lufthansa.com oder in der Lufthansa-App prüfen.

An der bundesweiten Aktion im Tarifkonflikt des Bodenpersonals beteiligen sich laut Verdi unter anderem Beschäftigte und Auszubildende der Lufthansa Technik, Lufthansa Aviation Training und Lufthansa Technical Training. Laut Verdi folgten etwa 90 Prozent dem Aufruf. Lufthansa Technik ist für die Reparatur und Überholung von Flugzeugen, Teilen und Triebwerken auch für andere Fluggesellschaften zuständig. Die tägliche Wartung macht die Fluggesellschaft, die nicht bestreikt wurde, dagegen selbst.

Bislang hat Verdi in dem Tarifkonflikt für die mehr als 20.000 Beschäftigten des Bodenpersonals zwei mehr als ganztägige Warnstreiks geführt, bei denen jeweils Hunderte Flüge ausfielen.

Verhandlungen am kommenden Montag?

Die Lufthansa kritisierte: «Dieser kurzfristige Aufruf in den Technikbetrieben mit gerade einmal zwölf Stunden Vorlauf zu einem dritten sogenannten Warnstreik mit einer Länge von drei Tagen ist eine nicht nachvollziehbare und völlig unangemessene Eskalation». Man habe Verdi angeboten, jederzeit weiterzuverhandeln - das gelte nach wie vor. «Ganz konkret möchten wir die Verhandlungen am 4. März, also am ersten Arbeitstag nach Streikende, fortsetzen.» Ziel bleibe eine schnelle Einigung. Bisher war die fünfte Runde für den 13. und 14. März angesetzt.

Verdi hat das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits aufgefordert, noch vor dem 13. März zu weiteren Verhandlungen zusammenzukommen. Der 4. März sei denkbar, allerdings unter der Voraussetzung «eines vorab übermittelten verbesserten Angebots der Lufthansa», sagte Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky.

Ein neues Angebot der Lufthansa bei den Verhandlungen in der vergangenen Woche hatte die Gewerkschaft als unzureichend abgelehnt. Die von Verdi aufgestellte Kernforderung von 12,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro monatlich mehr, werde auch in dem neuen Angebot bei mehr als doppelt so langer Laufzeit im Vergleich zur Forderung nicht erreicht, kritisierte die Gewerkschaft.

Die Lufthansa hatte nach eigenen Angaben einen großen Schritt auf Verdi zugemacht. Im Detail würde demnach die erste von zwei geplanten Tabellenerhöhungen um 4 Prozent von Dezember auf März vorgezogen. Zudem soll die Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro schneller ausgezahlt werden.

Bei Tochter Cityline droht ein Streik der Flugbegleiter

Unterdessen droht bei der Lufthansa-Tochter Cityline ein Streik der Flugbegleiter. Die Gewerkschaft Ufo rief ihre Mitglieder ab Donnerstag bis zum 6. März zur Urabstimmung über Arbeitskämpfe auf. Lufthansa Cityline habe bei den Tarifgesprächen kein ernstzunehmendes Angebot vorgelegt, kritisierte die Gewerkschaft am Mittwoch.

«Der Arbeitgeber ließ uns keine andere Wahl als unsere Mitglieder bei Lufthansa Cityline aufzurufen, nun über Streiks abzustimmen», sagte Ufo-Verhandlungsführer Rachid Madmar. Ufo fordert für die etwa 900 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Lufthansa-Tochter unter anderem 15 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 18 Monaten.

Erst am vergangenen Donnerstag hatte Ufo die rund 18.000 Kabinenbeschäftigten der Muttergesellschaft Lufthansa bis 6. März zur Urabstimmung über Streiks aufgerufen. Die Gewerkschaft hatte die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt mit der Begründung, die Lufthansa habe kein ausreichendes Angebot vorgelegt.

Die Airline muss sich derzeit mit einer ganzen Reihe von Konfliktherden herumschlagen: Zum Tarifkonflikt mit der Ufo kommen noch Auseinandersetzungen mit Piloten der Tochter Discover, dem Bodenpersonal und den Luftsicherheitskräften an Flughäfen hinzu.

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Leserkommentare

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Bernd Lange 29.02.24 20:40
Mit dem Ampelchaos ist D kaputt
überall nur Streiks wie wir es in Italien vor 10 Jahren kannten-in Berlin BVG streikt- S-Bahnstreikt- Flughafe streikt,Bodenpersonal-Kofferträger-Piloten- Kabinenpersonal-Ein Kaotenland nit Kaoten-Regierung-
Womit hat D diese Regierung verdient-und weshalb is diese noch nicht zurückgetreten--keine Ehre- nur Macht-gegen D! Wie lange noch? Bauern? Bundesbahn? Chaos-Land!
Monruedee Kanhachin 29.02.24 17:00
Und Herr Urs
Bei 1945 bis 55 meinen sie sicher die Trümmerfrauen? Das war kein selbstloser Einsatz, sondern ein teilweise erzwungenes Arbeitsverhältnis mit zwar bescheidenem Lohn seitens der Besatzungsmächte, aber besser als Nichts. Daraus einen Rückschluss zu ziehen zu aktuellen Verhältnissen ist schwer nachvollziehbar. Wie auch immer, es gibt für Alles eine Ursache, einen Auslöser und einen Katalysator
Monruedee Kanhachin 29.02.24 16:40
Herr Urs
Ihre Forderung, "Führt endlich ein Streikverbot ein" deutet darauf hin dass Sie sich als ein Teil der schmachtenden Bevölkerung sehen und "DIE" ein anderer Teil sind welche ausserhalb Ihres Einflussbereiches autonom handeln. Das ist nicht der Fall, selbst wenn die gewählten Volksvertreter nicht die erwarteten Versprechen einlösen, sind sie trotzdem immer noch ein Spiegelbild der Gesellschaft und sind ausser den Verschiebungen auf hochdotierte Posten immer noch in jeder Legislaturperiode dem Wählerwillen ausgeliefert! Abgesehen davon ist Streickrecht ein Grundpfeiler der Demokratie!
Herbert Thielen 29.02.24 15:30
Warnstreik bei der Lufthansa
Nur zu Ihrer Info, @Urs 29.02.24 14:12.
Das Streikrecht in der Bundesrepublik Deutschland ist ein von der Verfassung geschütztes Grundrecht (Art. 9, Abs. 9, GG).
Wenn Sie sich durch die Auswirkungen dieses Grundrechts peinlich berührt fühlen, dann haben Sie die Möglichkeit, Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht einzulegen, was jeder juristischen oder natürlich Person per GG zugestanden wird.
Nun vermute ich mal aufgrund Ihres Namens, dass Sie Schweizer Staatsbürger sind.
Dann haben Sie Pech gehabt.
Denn weder Ausländern noch Staatenlosen ist es erlaubt, dieses Grundrecht für sich zu reklamieren.
Schade für Sie.
Aber VIELLEICHT konnten Sie ja heute was lernen......-;)
Norbert Kurt Leupi 29.02.24 15:00
Streik / Urs
Natürlich muss gestreikt werden ! Alle diese deutschen Kleinbürger , die meinen Streik sei ein Zeichen der Unordnung , die können mir den Buckel runterrutschen ! Ein Land wo nicht gestreikt wird , ist keine Demokratie ! ( Helmut Schmidt 1979 )
Urs 29.02.24 14:16
Schickt die Streikenden für immer nach Hause
dann lernen sie VIELLEICHT etwas.
Oder führt endlich mal ein STREIK-VERBOT ein.
Urs 29.02.24 14:10
Es lebe das einfache LEBEN
Streiks und Streiks - marode Bahnen, leere Kassen
da ist Streik das Beste....
Hätten die Frauen 1945-1955 gestreikt, dann wäre Deutschland heute besser dran, weil dann wüssten sie
das Streiken oft die falschen trifft und die Gesellschaft vor allem wenn sie den Staat nicht weiter bringt.
Aber die SWISS erwirtschaftet den Gewinn und die Lufthansa lebe hoch - und streikt
TOLL diese Einstellung..