Erneut Migranten in der Ägäis ums Leben gekommen

Migrantenrettungspatrouille der türkischen Küstenwache in der Ägäis. Foto: epa/Erdem Sahin
Migrantenrettungspatrouille der türkischen Küstenwache in der Ägäis. Foto: epa/Erdem Sahin

ATHEN: Beim Untergang eines Bootes mit Dutzenden Migranten an Bord sind nordwestlich von Kreta mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. 90 Menschen, unter ihnen 27 Minderjährige, konnten eine Felseninsel erreichen. Sie seien am Freitagvormittag in kleinen Gruppen von Booten der Küstenwache in Sicherheit gebracht worden, sagte ein Sprecher der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur. Das Unglück habe sich am Donnerstagabend nahe der kleinen Insel Antikythera ereignet.

Wie das griechische Staatsfernsehen am Freitagabend berichtete, kenterte ein anderes Boot mit 82 Menschen an Bord vor der Insel Paros. Die Küstenwache konnte nach ersten Informationen 41 Migranten aus den Fluten bergen. An der Rettungsaktion, die wegen der Dunkelheit erschwert wurde, nahmen Fischer der Insel sowie Boote der Küstenwache teil, hieß es weiter.

Weitere 92 Migranten waren am Freitagnachmittag von der Polizei im Süden der Halbinsel Peloponnes aufgegriffen worden. Ihr Segelboot lief nahe der kleinen Hafenstadt Gytheion auf Grund. Drei mutmaßliche Schleuser seien festgenommen worden, teilte die Küstenwache mit.

Bereits am Mittwoch waren drei Migranten beim Untergang eines Bootes in der Ägäis nahe der Insel Folegandros ertrunken. Dutzende Menschen, die an Bord dieses Bootes waren, wurden am Freitag noch vermisst.

Migranten versuchen immer wieder, von der türkischen Ägäisküste oder auch aus anderen Staaten im Osten des Mittelmeeres zum griechischen Festland oder nach Italien zu gelangen. Offiziere der griechischen Küstenwache schätzten, dass es rund 11.000 Menschen in den vergangenen Monaten gelungen sei, Italien auf dieser Route zu erreichen. Es gibt keine offiziellen Angaben, wie viele Menschen dabei ums Leben gekommen sind.

Die Migranten unternehmen diese gefährliche Reise, weil sie es vermeiden wollen, längere Zeit in den Registrierlagern auf den Inseln im Osten der Ägäis bleiben zu müssen, wenn sie aus der Türkei nach Lesbos, Chios oder zu anderen griechischen Inseln übersetzen. Wegen der langen Fahrt durch das Mittelmeer südlich oder nördlich von Kreta kommt es jedoch häufig zu Maschinenschäden oder Lecks auf den oft veralteten Booten, die Schleuserbanden den Menschen verkaufen.

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