Ermittlungen nach Feuer mit drei Toten

Mitarbeiter der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) arbeiten an einem Wohnhaus, in dem ein Brand wütete. Foto: Roberto Pfeil/dpa
Mitarbeiter der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) arbeiten an einem Wohnhaus, in dem ein Brand wütete. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Nach der Explosion und dem Feuer mit 3 Toten und 16 Verletzten in einem Düsseldorfer Wohn- und Geschäftshaus gibt es Hinweise auf Brandstiftung. In einem Kiosk soll Benzin verschüttet worden sein.

DÜSSELDORF: Die Explosion und das Feuer mit 3 Toten und 16 Verletzten in Düsseldorf dürften durch Brandstiftung verursacht worden sein. In einem Kiosk des betroffenen Wohn- und Geschäftshauses sei Benzin als Brandbeschleuniger verschüttet worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag mit. Brandermittler hatten entsprechende Spuren entdeckt. «Wir ermitteln wegen Brandstiftung und Mordes», sagte Staatsanwalt Martin Stücker der dpa.

Die Leiche des Kioskbetreibers war in unmittelbarer Nähe des Ladens entdeckt worden. Der Obduktion zufolge sei der 48-Jährige an den Folgen der Explosion gestorben, teilten die Ermittler mit. Er sei der Ehemann der Kioskpächterin und habe den Laden gemeinsam mit seiner Ehefrau betrieben. Zum Zeitpunkt der Explosion habe er sich an dem im Hausinneren gelegenen Zugang zum Kiosk befunden.

Inzwischen seien alle drei Todesopfer identifiziert: ein 18-Jähriger, der 48-Jährige sowie der bereits am Donnerstag identifizierte 55-jährige Hausbewohner. Nach dem ersten Befund seien die 18 und 55 Jahre alten Männer an Rauchvergiftung gestorben. Die bei dem Ereignis in der Nacht zum Donnerstag verletzten Menschen werden in Krankenhäusern und teilweise in Spezialkliniken behandelt. Bei einer schwer verletzten Frau bestehe nach wie vor akute Lebensgefahr. Ein weiterer Verletzter war demnach inzwischen nicht mehr in Lebensgefahr.

Ermittlungen zu Hintergründen dauern an

Die Ermittlungen zu der Tat und den Hintergründen dauern weiter an, hieß es. Zum jetzigen Stand gebe es weder Hinweise auf politisch motivierte Kriminalität noch auf eine Einwirkung anderer Personen von außen. Die Ermittlungen der Polizei habe eine Mordkommission übernommen.

Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» hatte unter Berufung auf ein Gespräch mit der Vermieterin der Kiosk-Räume berichtet, dass der Vertrag mit den Kioskbetreibern wegen zahlreicher Beschwerden aus der Nachbarschaft gekündigt worden sei. Ein Polizeisprecher wollte dies weder bestätigen noch dementieren.

Der Brand hatte sich am frühen Donnerstagmorgen von einem Kiosk im Erdgeschoss rasch ausgebreitet. An der Einsatzstelle hatten sich dramatische Szenen abgespielt. Die Feuerwehr hatte mit drei Drehleitern zahlreiche Menschen von den Balkonen retten müssen, denen der Fluchtweg durch das Treppenhaus wegen des massiven Brandrauchs versperrt war. Vor dem Haus waren zudem mehrere Autos in Brand geraten. Nachbarhäuser wurden ebenfalls beschädigt. Die mehr als 100 Einsatzkräfte hatten ein Trümmerfeld vorgefunden.

Die Aufräumarbeiten rund um das sechsstöckige Haus waren am Freitagmorgen größtenteils abgeschlossen, der Autoverkehr und auch die Straßenbahn liefen wieder. Der Bürgersteig auf der Seite des Brandhauses wurde mit Zäunen abgesperrt, vor den Resten des Kiosks im Erdgeschoss wurden Holzplatten montiert. Seitlich vom Haus wurde ein rotes Herz aufgesprüht, auf das Blumen und Kerzen niedergelegt wurden.

Stadt stellt Schlafplätze für Hausbewohner

Für Bewohnerinnen und Bewohner des Brandhauses habe die Stadt Düsseldorf 43 Schlafplätze bereitgestellt, sagte ein Sprecher der Stadt. Vier Plätze davon habe eine vierköpfige Familie in Anspruch genommen. Sie sei in einem Hotel untergekommen. 37 der Schlafplätze befänden sich in Hotels, sechs weitere seien in einer sogenannten Brandunterkunft.

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