Erdogan empfängt Putin und Ruhani zum Syrien-Gipfel

Idlib im Fokus

Weißhelme des syrischen Zivilschutzes tragen ein verletztes Kind aus den Trümmern eines zerstörten Gebäudes. Foto: Anas Alkharboutli/Dpa
Weißhelme des syrischen Zivilschutzes tragen ein verletztes Kind aus den Trümmern eines zerstörten Gebäudes. Foto: Anas Alkharboutli/Dpa

ISTANBUL (dpa) - Ringen um eine Lösung in Syrien: Die Türkei, Russland und der Iran wollen bei ihrem Treffen vor allem über Idlib sprechen. Dort ist die Situation katastrophal.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan empfängt an diesem Montag den russischen Staatschef Wladimir Putin und seinen iranischen Kollegen Hassan Ruhani zu Gesprächen über das Bürgerkriegsland Syrien. Ein Fokus des Dreiergipfels in Ankara ist nach türkischen Angaben die Situation in der Rebellenhochburg Idlib. Außerdem soll es demnach um eine freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen nach Syrien gehen. Auch bilaterale Gespräche seien geplant.

In der Region Idlib leben rund drei Millionen Menschen. Syriens Regierung droht mit weiteren Angriffen auf das Gebiet. Im Fall einer neuen Regierungsoffensive könnten Hunderttausende Menschen in Richtung Türkei fliehen und von dort aus weiter Richtung Europa. Erdogan will eine weitere Eskalation der Kämpfe verhindern. Sein Land hat schon jetzt mehr als 3,6 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen.

Die Türkei unterstützt in Syrien verschiedene Rebellengruppen. Russland und der Iran dagegen stehen auf der Seite des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Im sogenannten Astana-Prozess verhandeln die drei Staaten seit 2017 um eine Lösung im Bürgerkriegsland - bislang mit wenig Erfolg.

Im September vergangenen Jahres hatten sich Putin und Erdogan auf die Einrichtung einer Pufferzone in Idlib geeinigt. Schon damals sollte eine Regierungsoffensive verhindert werden. Das Abkommen scheiterte jedoch, unter anderem, weil sich die stärkste Rebellengruppe der Region, die militante islamistische Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS), nicht an die Einigung gebunden fühlte.

Russland, die Türkei und der Iran bemühen sich zudem um die Bildung eines Verfassungsausschusses für Syrien. Ende August hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim G7-Gipfel in Biarritz gesagt, ein solcher politischer Prozess könne bald beginnen.

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