Emirate-Außenminister besucht Syriens Machthaber Assad

VAE-Außenminister Sheikh Abdullah bin Zayed bin Sultan Al Nahyan in Syrien. Foto: epa/Emirates News Agency
VAE-Außenminister Sheikh Abdullah bin Zayed bin Sultan Al Nahyan in Syrien. Foto: epa/Emirates News Agency

DAMASKUS: Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Abdullah bin Sajid, hat die international weitgehend isolierte syrische Regierung besucht. Der Diplomat sei in Damaskus von Staatschef Baschar al-Assad empfangen worden, teilte das syrische Präsidentenbüro am Dienstag mit. Es ist der höchstrangige Besuch aus den Emiraten seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011.

Die Reise ist auch ein deutliches Zeichen, dass die Isolation der syrischen Regierung in der arabischen Welt bald enden und das Land in die Arabische Liga zurückkehren könnte. Syriens Mitgliedschaft in der Organisation war 2011 ausgesetzt worden, nachdem die Regierungstruppen mit Gewalt gegen Demonstrationen vorgegangen waren.

Abdullah bin Sajid sei von einer hochrangigen Delegation begleitet worden, erklärte Assads Präsidentenbüro weiter. Es sei darüber gesprochen worden, die Bemühungen zu verstärken, um «neue Horizonte» für eine Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern zu erkunden.

Die Emirate bemühen sich seit längerem um eine Annäherung an Syrien. Vor rund drei Jahren hatten die VAE und das Golfkönigreich Bahrain ihre Botschaften in Damaskus wieder eröffnet. Zuletzt mehrten sich in der Arabischen Liga die Stimmen, die sich für eine Rückkehr Syriens in die Staatengemeinschaft aussprachen. Die VAE und Bahrain hatten im vergangenen Jahr auch mit Syriens benachbartem Erzfeind Israel die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vereinbart.

Die syrischen Regierungsanhänger kontrollieren mittlerweile wieder rund zwei Drittel des Bürgerkriegslandes. Unterstützt werden sie von ihren Verbündeten Russland und Iran. Der Konflikt hat sich in den vergangenen Monaten beruhigt. Dennoch kommt es regelmäßig zu Gewalt.

Die USA, Deutschland und andere westliche Staaten lehnen eine Wiederaufnahme von diplomatischen Kontakten zu Syrien ab und halten an Sanktionen gegen die Führung in Damaskus fest. Alle Bemühungen um eine politische Lösung für den Konflikt sind bislang gescheitert.

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