Einmal aufgießen, bitte!

Eine Tasse Tee wärmt uns im Herbst auf. Foto: Philipp Brandstädter/dpa
Eine Tasse Tee wärmt uns im Herbst auf. Foto: Philipp Brandstädter/dpa

BERLIN: Die Regale in Supermärkten und Teeläden sind voll damit. Tees aus allen möglichen Zutaten stapeln sich: Pfefferminze, Kamille, Fenchel, aus Beeren oder Blüten zum Beispiel. Doch gibt es einen Tee, der sich als der echte Tee bezeichnen darf. Es ist Tee, der aus der Teepflanze hergestellt wird.

Die Teepflanze trägt den lateinischen Namen Camellia sinensis. Das ist ein immergrüner Strauch mit rötlichen Zweigen und weißen Blüten. Interessant für die Menschen sind aber vor allem die ovalen Blätter mit dem spitzen Ende. Aus ihnen werden unterschiedliche Tees gemacht: Schwarzer Tee, Grüner Tee und Macha zum Beispiel.

«Die Teepflanze kommt ursprünglich aus China», erklärt die Fachfrau Kyra Schaper. «Dort hat man schon vor etwa 5000 Jahren Blätter und Blattknospen mit heißem Wasser aufgegossen.»

Im Lauf der Geschichte brachten Händler den Tee nach Europa. Dort wurde der Tee gern mit Zucker und Milch oder Zitrone getrunken. Von hier wurde der Tee schließlich auf der ganzen Welt bekannt und an vielen Orten angebaut.

Doch wie entstehen aus der gleichen Pflanze so viele unterschiedliche Sorten Tee? «Die Blätter entwickeln verschiedene Aromen», erklärt die Expertin. «Die Unterschiede ergeben sich zum Beispiel darin, auf welchem Boden man den Tee anbaut, wie das Wetter ist und wann im Jahr die Blätter geerntet werden.» So schmeckt etwa im Frühjahr gepflückter Tee etwas milder als der im Sommer gepflückte.

Einen großen Unterschied im Geschmack macht nach der Ernte die Verarbeitung der Blätter. Für Schwarzen Tee werden die Blätter an der Luft getrocknet, gerollt und fermentiert, wie die Fachleute sagen. Die Inhaltsstoffe in den Blättern verändern dabei mit der Zeit die Farbe und das Aroma des Tees. Für Grünen Tee wird diese Fermentation gestoppt, indem man die Blätter stark erhitzt. Dazu werden die Teeblätter geröstet oder gedämpft.

Auf diese Weise schmeckt der Tee aus der Teepflanze unterschiedlich. Doch Tee wird nicht nur wegen seines Geschmacks geschätzt. Die Menschen trinken ihn auch wegen seiner Wirkung. Denn Tee kann je nach Sorte und Zubereitung anregend sein. Schwarzer und Grüner Tee enthalten den Stoff Koffein, der auch in Kaffee oder Cola vorkommt. Er kann wach oder hibbelig machen. Tee aus anderen Pflanzen kann hingegen beruhigen und etwa Bauchschmerzen oder Hustenreiz lindern. In manche Tees wird auch reichlich Zucker hinein gerührt, etwa für Eistee oder Bubble Tea. So richtig gesund ist der dann zwar nicht mehr, aber vielen schmeckt es.

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Leserkommentare

Vom 10. bis 21. April schließen wir über die Songkranfeiertage die Kommentarfunktion und wünschen allen Ihnen ein schönes Songkran-Festival.

Ingo Kerp 01.11.23 13:30
Ein schoenes und interessantes Thema = der Tee. Endlich mal etwas für den Gaumen und keine Horrormeldung über Krieg, Tod und sonstige Übel von Menschenhand.