Eine riesige Banane, die gehen kann…

Kann sie als Vorbild für selbstfahrende Autos ernsthaft in Betracht kommen?

Rostbraun sind diese Bananen, sie sehen nicht gerade appetitlich aus, doch sie schmecken am Ende hervorragend. Fotos: hf
Rostbraun sind diese Bananen, sie sehen nicht gerade appetitlich aus, doch sie schmecken am Ende hervorragend. Fotos: hf

Banane ist nicht einfach Banane. Es gibt eine ungeheuer große Vielfalt auch bei den Bananen. Und die verrückteste ist wohl die, die Früchte bis 700 g pro Stück produziert und zudem spazieren kann.

Dutzende statt nur eine Bananenblüte wachsen da.
Dutzende statt nur eine Bananenblüte wachsen da.

Bananen sind gefährlich, ich schlage an einer regelmäßig den Kopf an, wenn ich nicht gut aufpasse. Sie heißt „gruai roi vi“, Banane mit 100 Büscheln und wächst endlos weiter bis sie den Bananenstamm zum Umstürzen bringt. Ihre Früchte sind klitzeklein, aber essbar. Das gilt nicht für alle Sorten.

Bananen zu pflanzen ist sehr leicht

Bananen sind für Gartenanfänger sehr zu empfehlen, da sie sehr leicht zu pflanzen sind. Man besorge sich einen Ableger, buddle ihn an einem sonnigen Standort ein, gieße regelmäßig und nach neun bis zwölf Monaten kann man bereits ernten. Dann wird der Stamm, der nur einmal Früchte produziert, umgehauen und kompostiert. Bei den meisten Sorten haben sich nun bereits drei oder mehr Ableger gebildet, die man nun wiederum am selben Standort wachsen lassen kann. Oder man gräbt einige aus und pflanzt sie an einem anderen Standort, wenn man zum Beispiel Bananenbauer werden will.

Immer mehr und mehr kleine Früchte entstehen.
Immer mehr und mehr kleine Früchte entstehen.

Ich schneide jeden Morgen Bananenblätter ab, die ich meinen Gänsen verfüttere, die ganz wild auf dieses Grünzeug sind. Auch diese Tätigkeit ist insofern „gefährlich“ als der Bananensaft, der austritt, auf den Kleidern hässliche braune Flecken hinterlässt, die nicht mehr auszuwaschen sind.

Es gibt alte Bananensorten, die noch Samen produzieren, mit denen man neue Pflanzen ziehen kann. Auch sie haben Ableger, aber deutlich weniger als die ohne Samen. Und kulinarisch sind sie nicht so toll, da man beim Verspeisen das Gefühl bekommt, Schrot im Mund zu haben. Dafür sehen unsere, mit ihren schwarzen Stämmen toll aus, sie stammen aus Papua-Neuguinea.  

Auch Zwerge und Riesen gibt es

Betende Hände: Bei ihr sind die Finger zusammen.
Betende Hände: Bei ihr sind die Finger zusammen.

Wir haben im Discovery Garden Pattaya ungefähr 18 Bananensorten, im Fachhandel sind über 300 Sorten erhältlich. Die vielleicht schönste ist die Florida-Banane, die hat nicht nur panaschierte Blätter, auch die Früchte sind grün-weiß gesprenkelt. Dann haben wir welche, die eine gelbe Blüte produzieren, die – ungewöhnlich für Bananen – nach oben wächst. Sie ist eine reine Zierbanane. Dann haben wir „Siamesische Zwillinge“, sie produzieren nicht nur eine Blüte, sondern zwei und somit auch die doppelte Menge an Früchten.

Eine weitere Banane bildet nicht nur eine Blüte aus, sondern Dutzende. Es gibt bei uns rostbraun gefärbte Bananen und natürlich auch rote bei denen die Stämme ebenfalls rot sind. Wir haben auch Zwergbananen, die schon auf einer Höhe von 1,50 m Früchte produzieren. Es handelt sich um eine Zwerg-Cavendish, Cavendish ist die am meisten angebaute Banane der Welt, die aktuell von einem desaströsen Pilz bedroht ist.

Die Bananenblätter werden von den Gänsen vertilgt.
Die Bananenblätter werden von den Gänsen vertilgt.

Und dann gibt es die eingangs erwähnte Riesenbanane, die aussieht, wie eine Kochbanane, aber keine ist. Das geradezu Sensationelle an ihr ist, sie kann sich offenbar selbständig verschieben. Wir haben sie erstmals in Nachbars Garten entdeckt, doch der hat sich nicht um sie gekümmert. Und eines Morgens stand ein Ableger urplötzlich in unserem Garten.

Wir sind deshalb zum Schluss gekommen, dass dieses außergewöhnliche Gewächs spazieren kann.

Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an hansfritschi1957@gmail.com oder besuchen Sie seine Webseite www.discovery-garden.net oder Facebookseite.

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