Ein ganz gutes Jahr im Nong Khai Garten

Viel Schatten produziert – Vanille sieht vielversprechend aus - Avocado wieder geboren

Bananen schmecken nicht nur, sie wachsen schnell, schaffen so rasch Schatten. Es gibt sehr viele Sorten. Fotos: hf
Bananen schmecken nicht nur, sie wachsen schnell, schaffen so rasch Schatten. Es gibt sehr viele Sorten. Fotos: hf

Ich habe in den vergangenen 12 Monaten viele Bananen im Garten von Nong Khai gepflanzt. Was ich mir davon erhofft habe, ist eingetroffen, trotz meiner fast sechsmonatigen Abwesenheit.

Der totgeglaubte Avocado schlägt wieder aus.
Der totgeglaubte Avocado schlägt wieder aus.

Fast so lange wie das Haus in Nong Khai steht – rund 20 Jahre – steht davor auch eine achteckige Sala. Doch genutzt wurde sie kaum. Sie war viel zu sehr der Sonne ausgesetzt, es war darin schlicht zu heiß. Mit dem Beginn der Covid-19-Krise vor etwa einem Jahr habe ich in der unmittelbaren Umgebung der Sala viele Bananen gepflanzt, und zwar an ausgewählten Orten. Das hat sich gelohnt.

Alte Bananensorten machen Samen

Auch die Vanille ist ganz kräftig gewachsen.
Auch die Vanille ist ganz kräftig gewachsen.

Wenn man einen Bananenschössling pflanzt, dauert es in der Regel etwa ein Jahr, bis er Früchte produziert. Dann wird er abgehackt und zu Kompost verarbeitet. Rings um den abgehackten Stamm stehen nun bis zu acht Schösslinge, die man einzeln ausgraben und versetzen könnte oder man lässt sie als Gruppe stehen. Letzteres habe ich gemacht. Mit ihren grünen, ausladenden Blättern werfen sie nun angenehmen Schatten auf die vormals so heiße Sala: Plötzlich ist es dort angenehm kühl, die Sala lädt nun zum Verweilen ein, und auch der Blick aus der Sala heraus ist grün in grün.

Besonders gut gewachsen sind hier die schwarzstämmigen Bananen aus Papua-Neuguinea. Bei ihnen handelt es sich noch um eine alte Sorte, sie produzieren zahllose Samen im süßen Fruchtfleisch. Zwar handelt es sich um schmackhafte Früchte, aber der Verzehr ist doch ein wenig gewöhnungsbedürftig, weil man das Gefühl hat, man habe Schrot im Mund.

Neues Leben grünt aus den Ruinen

Wir hatten einen schönen alten Avocado-Baum, der auch gute und riesige Früchte lieferte. Doch irgendwann in der Regenzeit, als der Boden viel zu weich war, ist er krachend umgekippt. Der Thai-Neffe hat den Rest abgesägt, ein trauriger Anblick!

Viele Knospen gibt es nun am Avocado-Baum.
Viele Knospen gibt es nun am Avocado-Baum.

Doch nun hat er zahllose neue Triebe gebildet, die sehr rasch wachsen. Totgeglaubte leben länger.

Ein anderer Avocado-Baum, von der delikaten Booth-7-Sorte, entwickelt gerade jetzt zahllose Knospen, die in nächs­ter Zeit blühen sollten. Wir hoffen auf große Erträge. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass es in der Blütezeit nicht regnet. Denn die Avocado-Blüten sind beispielsweise am Morgen des ersten Tages männlich, am Nachmittag des zweiten Tages hingegen weiblich. Regen ist da keine gute Idee.

Stark gewachsen sind die selbst gezogenen Setzlinge der Kanonenkugel-Bäume, auch „Courupita guianensis“ genannt. Vor einem Jahr waren sie zwischen 20 und 30 Zentimeter, nun sind sie etwa 1,60 Meter groß. Sie können bald in den Boden gepflanzt werden.

Gut bekommen ist das schreckliche Covid-19-Jahr auch den Vanilla-Pflanzen, die ich in Betonringe getan habe, die vorher mit viel organischem Material versehen wurden. Fleischig, dick und sehr grün sehen sie aus, jetzt müssten sie nur noch blühen zum allerersten Mal!

Wir bleiben weiterhin optimistisch.


Hans Fritschi, Jahrgang 1957, ist ehemaliger Journalist und Buchautor, er lebt seit 1991 in Thailand. Mehrere Monate des Jahres reist er in der Welt herum, den Rest verbringt der Hobbygärtner in Pattaya und Nong Khai. Falls Sie Fragen und Anregungen an unseren Gartenkolumnisten haben, oder seinen Garten mal anschauen möchten, schicken Sie ihm eine E-Mail an oder besuchen Sie die Dicovery Garden Webseite oder Facebook. Für unterhaltsame und interessante Gartengeschichten in Bild und Ton besuchen Sie Hans Fritschis YouTube-Kanal – Teilen, Liken & Abonnieren erwünscht!

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